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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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mehr trank, als ihm gut ſein mochte. Na, gnädige Frau, wenn das ein Grund wäre für eine junge Frau, um unglücklich zu ſein, ſo gäbe es nicht viele glückliche, wenigſtens nicht bei uns zu Lande; und, was meine junge gnädige Frau von damals war, die war unglücklich, ſo recht aus dem Herzensgrunde, und blieb unglücklich, ſo viel ich auch reden mochte, bis wir ſie eines Morgens in dem Teich hinten im Park fanden, aber da war ſie ſchon ein paar Stunden todt.

Großer Gott! rief Aennchen, und man hat nie erfahren, weshalb ſie ſich das Leben nahm?

Nie ſo recht, erwiderte Frau Uelzen, den Kopf wiegend. Die Einen ſagen, ſie habe ſchon vorher einen Liebſten gehabt, einen Lieutenant, der in Böhmen geblieben iſt, und den ſie gar zu gern geheiratet hätte, blos daß die lieben Eltern es nicht wollten, und ſie meinen gnädigen Herrn heiraten mußte; und der Andere— was der Lieutenant war— hat ſich blos da⸗ rum todt ſchießen laſſen. Aber das ſind denn ſo Redereien; mir hat ſie nie was davon erzählt, und das hätte ſie gewiß gethan, wenn etwas daran geweſen wäre, denn ſie war ſehr mit mir zufrieden und ſagte immer: Wie Sie wollen, Frau Uelzen! oder: Machen Sie das ganz nach Ihrem Belieben, Frau Uelzen! Und was kann denn auch ſo eine junge Dame Beſſeres thun, als einer alten verſtändigen Perſon vertrauen, die das Hausweſen kennt und niemals nicht etwas für ſich will, ſondern immer nur für die gnädigen Herrſchaften. Denn auf die Dienſtboten iſt ja doch kein Verlaß, beſonders hier in Wol⸗ dom, wo ihnen allen der Auswanderungsteufel im Kopfe ſteckt, weil mal die Eine oder die Andere ihr Glück in Amerika ge⸗ macht hat; und dann ſagen die Leute: ich wäre daran ſchuld, wenn keine lange bei uns bliebe, aber die gnädige Frau wer⸗ den ſich ja bald überzeugen, daß ich nicht daran ſchuld bin.