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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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da vergehen Monate und manchmal Jahre, und manchmal fin⸗ det es ſich gar nicht.

Lebrecht hatte dafür geſorgt, daß Aennchen mit keiner allzu hohen Meinung von Frau Uelzen in das Haus kam. Er hatte ſie eine Perſon genannt, die, in ihrer Art brauchbar genug, doch manche Schwächen habe, unter denen eine unbezähmbare Schwatzhaftigkeit in ſeinen Augen, oder vielmehr für ſeine Ohren, die ſchlimmſte ſei. Und die vorſichtige Mama hatte ſie noch in den letzten Tagen wiederholt ermahnt, ſich mit der einflußreichen Perſon, die bereits zehn Jahre das Hausweſen geleitet, wenigſtens im Anfang gut zu ſtellen, bis ſie ſelbſt feſten Boden unter den Füßen fühle.

Aber Aennchen dachte jetzt an nichts weniger, als an dieſe Warnungen und Vorſichtsmaßregeln. Was die dicke alte Dame da, während ſie die fleiſchigen Hände über dem Magen gefal⸗ tet hielt, behaglich langſam ſagte— in jenem köſtlichen Dia⸗ lekt, den ſie zuerſt von Lebrecht gehört, und der ſie deshalb ſo anmutete— das war ja Alles ſo durchaus richtig! ihr ſo aus der beklommenen Seele geſprochen!

Findet es ſich gar nicht! wiederholte ſie.

Frau Uelzen hatte bereits gefürchtet, ſie möchte denn doch wol für den Anfang etwas zu weit gegangen ſein. Nun, da ihre Worte in dem Herzen der jungen Frau offenbar eine ſo gute Stätte fanden, fuhr ſie völlig beruhigt fort:

Ja wol, gar nicht! obgleich man das niemals zugeben darf und immer zum Beſten reden und ſo einer armen jungen Dame Mut einſprechen muß, wie ich das bei der jungen gnädigen Frau von Milzow auch ſtets gethan, wo ich ſchon vorher ein halbes Jahr lang dem jnngen Herrn Baron die Wirtſchaft allein geführt, der ſo ein guter Herr war, wenn er auch ſeine Eigenheiten hatte, wie wir Alle, und manchmal eine Flaſche