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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Aennchen war erſchrocken in die Höhe gefahren und hatte, ſo gut es gehen wollte, ihre Thränen zu verbergen geſucht. Es ſchien unmöglich, daß Frau Uelzen nichts bemerkt haben ſollte, wenn dieſe auch keineswegs desgleichen that, ſondern, ein klei⸗ nes Marmortiſchchen heranrückend und den Kaffee ſervirend, die gnädige Frau um Entſchuldigung bat, daß es ſo lange ge⸗ dauert; und wenn ſie die gnädige Frau nicht ſo geſchickt be⸗ diente, wie es jedenfalls die Kammerzofe thun würde, die ja wol der Herr Commerzienrat und die Frau Commerzienrat in acht Tagen mitbrächten.

Ich weiß nicht, ob meine Eltern den verſprochenen Beſuch ſo bald ausführen werden; ſagte Aennchen.

Der Herr meinte doch, erwiderte Frau Uelzen, und ich denke auch, ſie werden's ſchon. So liebe Eltern haben ja Sehn⸗ ſucht nach ihrem Töchterchen, und das Töchterchen hat ja Sehn⸗ ſucht nach den lieben Eltern. Das iſt im Leben nie getrennt geweſen und ſoll's nun auf einmal ſein; aber Scheiden und Meiden thut weh. Ich bin ſchon bei vielen gnädigen Herr⸗ ſchaften geweſen, die eben erſt verheiratet waren, und die ſich lieb hatten wie die Turteltäubchen. Ei freilich! nur daß man von der Liebe allein, ſo zu ſagen, nicht leben kann, ſondern noch Manches dazu gehört, und bis ſich das Alles gefunden hat,