i
Maſſen— Scheunen der die Vorſtadt bewohnenden Acker⸗ bürger, nach Lebrecht's Ausſage— ein enges dunkles Thor, an deſſen Eingang und Ausgang je eine in Ketten hangende Laterne vom Winde geſchankelt wurde,— etwas beſſer beleuch⸗ tete breitere Straßen mit, wie es ſchien, ſtattlicheren Häuſern — ein kleiner viereckiger Platz endlich, der auf der einen offe⸗ nen Seite den Hafen hatte— ſie hörte durch das Heulen des Windes das brauſende Meer und ſah, wenn auch undeutlich, auf dem jetzt lichteren Himmel hohe ſchwankende Maſten— und gerade vor ihr ein paar Gebände, die aus der niedrigen Umgebung wie Burgen ſich aufthürmten: links das hochge⸗ giebelte Rathaus, rechts daneben, nur durch ein ſchmales Gäßchen von jenem getrennt, ein noch höher gegiebeltes Haus — ſein Haus, das nun auch ihr Haus werden ſollte;— das Haus, welches er ihr ſo oft geſchildert, und das, wie ſie jetzt, noch im Wagen ſitzend, einen ſcheuen Blick empor warf, im trüben Schein der hier und da über den Markt zerſtreuten Laternen und der aus den Fenſtern der Häuſer dämmernden Lichter, mit ſeinen breiten, ſich übereinander bauenden Maſſen — ein ſtummes, dunkles, ſteinernes Geheimniß— unabſehbar in den ſchwarzen Nachthimmel ragte.
Und nun wurde die mächtige Thür langſam geöffnet; der Diener Nebelow— ſie kannte ja die Namen längſt— ſtand da und verſchwand ſofort wieder, da ihm der Wind das Licht hinter der vorgehaltenen knöchernen Hand auslöſchte. Sie hätte lachen mögen; war es doch gerade, als ob der alte Mann nur ſeine ungeheure kupferrote Naſe habe zeigen wollen!— aber ſie konnte nicht lachen. Da war die Schwelle, die ſie im Geiſte nun ſchon ſo oft an der Hand ihres geliebten Lebrecht überſchritten hatte, und— aber ſo geh' doch hinein! rief Lebrecht, der den Kutſcher ablohnte, ungeduldig. Er hatte es gewiß


