nur gut gemeint, und doch klang es häßlich in ihr verwöhntes Ohr.
Dann war er freilich ſogleich wieder an ihrer Seite ge⸗ weſen, als ſie kaum ein paar Schritte in die weite untere Halle gemacht hatte, in welcher die dicke Frau Uelzen ſie bereits mit vielen Knixen und unter manchen Ausrufungen der Verwun⸗ derung über das unerwartete Erſcheinen der Herrſchaften be⸗ willkommnet.— Und ſie war an ſeinem Arm die ehrwürdige Treppe hinaufgegangen, die, in der Mitte der unteren Halle beginnend, über mehrere Abſätze auf ſeltſam niedrigen, hier und da etwas ausgetretenen Stufen zwiſchen koloſſalen ſchwar⸗ zen Geländern zu einer breiten, nach der Treppe zu abermals mit koloſſalen ſchwarzen Geländern eingefaßten Galerie führte, auf welche ſämmtliche Zimmer des erſten Stockes zu münden ſchienen.
Und weiter war ſie an ſeinem Arm durch die Zimmer ge⸗ ſchritten, voran Frau Uelzen mit dem Licht, während Nebelow hinter ihnen her die Lichter auf den Tiſchen und Spiegelkon⸗ ſolen anzündete.
Und weil es immer erſt hinter ihnen her hell wurde, hatte ſie nur die Empfindung gehabt, als ob ſie durch ein Labyrinth wanderte, in welchem ſie ſich nimmer zurechtfinden würde; und dann hatte Lebrecht die letzte Thür geöffnet und geſagt: dies iſt unſer Schlafzimmer, und dann—
Die prächtige Stutzuhr auf dem Sims des Kamins ſchlug mit leiſer ſilberner Stimme acht. Aennchen fuhr empor wie Jemand, der jäh aus einem langen Schlafe erwacht, in wel⸗ chem ihm Unendliches geträumt hat— Unendliches, durch deſſen Wirrſal er immer nur Eins ſuchte, das er nicht finden konnte.—
Nein, geſchlafen hatte ſie nicht; und es waren auch keine


