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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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dieſe ſauſenden Pappeln! wenn jede wirklich, wie Lebrecht vor⸗ hin geſagt, ihm eine Jugenderinnerung brachte, wie traurig

mußte dieſe Jugend geweſen ſein! Sie band ſich ein Tuch um

den Kopf, nur um das entſetzliche Sauſen etwas weniger deut⸗ lich zu hören, und ſchloß auf Viertelſtunden lang die Augen, um das geſpenſtiſche Nicken der Wipfel nicht länger zu ſehen.

Bald bedurfte ſie der letzteren Vorſicht nicht mehr: die ſchweren Wolkenmaſſen wurden dunkler und drohender und ſchienen ſich mit jedem Male, daß ſie wieder zu ihnen empor⸗ blickte, tiefer geſenkt zu haben; es wurde Abend und aus Abend Nacht, trotzdem es wenig über ſieben Uhr ſein konnte. Kein freundlicher Stern am Himmel; auf der Erde unten kein trö⸗ ſtendes Licht; nur einmal dämmerte ein matter Schein ſeit⸗ wärts auf, um alsbald wieder zu verſchwinden, und der Kut⸗ ſcher ſagte: Der Galgenberg! Es waren die erſten Worte, die der Mann, der vornüber gebückt über ſeinen ſteifen Gäulen hing, während der ganzen Fahrt geſprochen.

Sie dachte darüber nach, was der Mann habe ſagen wol⸗ len: knüpfte ſich für ihn eine beſondere Erinnerung an den ominöſen Ort, wie für Lebrecht an die ſauſenden Pappeln? ragte dort wirklich noch ein Galgen in die ſchwarze Nacht? war, was da aufdämmerte, ein hölliſches Feuer? oder der Lampenſchein aus dem Wohnraum einer friedlichen Mühle? hatte der Schweigſame nur gemeint, daß die Fahrt zu Ende gehe und alsbald andere Lichter aus der Finſterniß auftauchen würden?

Gott ſei Dank! da waren wirklich andere Lichter: zwei, drei, vier eine ganze Reihe, die Lichter des Bahnhofes, wie Lebrecht erklärte, dann noch ein Stück Chauſſee ohne Pap⸗ peln, Gott ſei Dank! dann rechts und links niedrige, von mattem Lichtſchein erhellte Fenſter, zwiſchendurch große dunkle