15 entfernt und nun mit ſeiner jungen Frau heimkehrte, feierlich empfingen; ſie hatte durchaus nichts gegen das Brimborium, und wenn's dabei ein bischen luſtig oder gar lärmend herging, deſto beſſer. Aber ſie hatte nach ein paar ſchüchternen, vergeb⸗ lichen Einreden wohlweislich geſchwiegen und in aller Eile die Sachen zu heute früh zurechtgepackt.
So waren ſie denn am Morgen abgefahren, wie gern ſie auch eine Stunde länger geſchlafen hätte. Die letzten Reiſetage waren ſehr anſtrengend geweſen, und ſie fühlte ſich— zum erſten Male— wirklich erſchöpft. Doch hatte ſie ſich nichts merken laſſen; hatte während der Fahrt nicht einmal zu ſchla⸗ fen verſucht, wenn ſie auch freilich ein paar Mal ein leiſes Gähnen nicht ganz unterdrücken konnte. Je größere Mühe ſie ſich aber gab, Alles von der guten Seite zu nehmen, deſto un⸗ zufriedener und ungeduldiger war Lebrecht. Die Sache ſei doch ſchlimmer, als er ſich gedacht; das langſame Fahren, das fortwährende Anhalten— es ſei unerträglich!— Er ging in dem Coupé— ſie fuhren, wie immer, in der erſten Klaſſe und waren allein— auf und ab, ſchloß bald die Fenſter, bald öffnete er ſie wieder, grollte mit dem Zugführer, ſchalt auf den Schaffner und fuhr einen Herrn, der auf einer Station an das Fenſter gekommen und, nach ſeiner Anrede zu ſchließen, ein Woldomer und ſogar ein Geſchäftsfreund war, ſo grimmig an, daß der Mann ganz betreten ſchien, und ſie ſelbſt über die ſeltſame Heftigkeit des ſonſt ſo Ruhigen, Gelaſſenen wahrhaſt erſchrak.
Er entſchuldigte ſich freilich ſogleich wieder, und ſie hörte, wie er noch, das Fenſter hinaufziehend, zu dem Manne ſagte: ſie wollten in Büſſow die Sache weiter beſprechen.
Dann begann die Wanderung in dem Coupé von Neuem, und, plötzlich ſtehen bleibend, ſagte er: Büſſow iſt nämlich die


