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Dem Könige von Woldom!
Ein Banquier in Berlin, bei dem der Papa ſich unter der Hand nach den Vermögensverhältniſſen des Produktenhändlers erkundigt, hatte nicht nur die gleichlautenden Ausſagen der Londoner und Hamburger Häuſer, auf deren Referenzen Leb⸗ recht ihn verwieſen, beſtätigt, ſondern hinzugefügt: Ich halte den Mann ſogar noch für viel reicher; er iſt wahrlich, wozu ſchon ſeinen verſtorbenen Herrn Vater unſer hochſeliger witziger König gemacht hat. Laſſen Sie ſich die Geſchichte von ihm ſelbſt erzählen, wie ſie mir ein geiſtreicher Arzt aus Woldom, den ich vergangenen Sommer in Heringsdorf kennen lernte, erzählt hat.
Und Lebrecht hatte ſie erzählt, mit niedergeſchlagenen Au⸗ gen, als ob er ſich ſchämte; und mit unſicher ſchwankender Stimme, wie Jemand, der eine Schuld zu bekennen hat.
Und war doch nur die harmloſeſte Anekdote von der Welt: wie der hochſelige König, der ſo gern in Neuvorpommern und Rügen weilte, auch Woldom beſucht und in dem alten Giebel⸗ hauſe am Markte das ihm offerirte Quartier gnädig angenom⸗ men. Und wie er ſich am nächſten Morgen von ſeinem Wirte die beſcheidenen Sehenswürdigkeiten der Stadt habe zeigen laſ⸗ ſen, und der Vater auf die fortwährenden Fragen des eifrigen Monarchen: wer hat dieſen Hafenquai gebaut? wem gehören dieſe Speicher? wem dieſe Schiffe? wer hat dieſe Promenade angelegt? wer dieſes Armenhaus? und ſo weiter— der Wahr⸗ heit gemäß immer nur habe antworten müſſen: ich, Majeſtät! — mir, Majeſtät!— je nachdem die Frage war, bis der Kö⸗ nig, der ganz nachdenklich geworden, plötzlich ſtill geſtanden ſei und ausgerufen habe: Nun, wahrlich, das iſt ja ganz und gar wie in der köſtlichen Hebel'ſchen Geſchichte von Kannit⸗ verſtan, blos daß es hier kein Mißverſtändniß, ſondern die Wahrheit iſt;— und dann, ſich zu ſeinem Geſolge wendend,


