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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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und auf den Vater deutend: Ich ſage Ihnen, meine Herren, wenn ich nicht leider der König von Preußen wäre, ſo möchte ich der König von Woldom ſein.

Und auf der prachtvollen Bowle aus getriebenem Silber, die dann ein halbes Jahr ſpäter aus Berlin kam, hatte das Woldomer Stadtwappen neben dem königlichen von Preußen geprangt, und unter den verſchlungenen Initialen des könig⸗ lichen Namens und des Namens des Vaters ſtand in golde⸗ nen Lettern:Der dankbare König von Preußen ſeinem Kol⸗ legen von Waldom.

Wie oft hatte Lebrecht dann noch die Geſchichte erzählen müſſen! und wie herzlich hatte der Papa jedesmal gelacht, und die ſtolze Mutter hatte gelächelt, und ſie ſelbſt ſie hatte nur immer ihrem Lebrecht in das liebe Geſicht geblickt, das ihr jetzt in ſeiner rührenden Verlegenheit nur noch tauſendmal lieber war, und bei ſich geſagt: er König! und ich ſeine Königin! o, wie glücklich werden wir ſein!

Werden wir ſein! noch waren ſie's ja nicht ganz; wenig⸗ ſtens war es Lebrecht nicht; und wie durfte ſie es ſein, wenn er es nicht war! Er fühlte ſich nicht behaglich in ihrem elter⸗ lichen Hauſe. Mit dem Papa freilich ſtand er vortrefflich, das war ja ſo natürlich: wer ſollte den guten alten Papa nicht lieb haben, der aller Welt wohlwollte, und nun gar dem zu⸗ künftigen Gatten ſeines geliebten einzigen Kindes! Die Mama meinte es ja auch nicht bös gewiß nicht, aber es war für ihren, aller Prahlerei abholden Lebrecht doch ſicherlich eine harte Aufgabe, ſich fortwährend in Geſpräche verwickelt zu ſehen, die unweigerlich daſſelbe Ziel hatten: die Verherrlichung des Ge⸗ ſchlechtes derer von Klüngel⸗Pütz: wie glänzend es einſt dage⸗ ſtanden mit ſeinen fünfzig Burgen am Rhein; und wie es mit den Sickingen und anderen höchſten Adelsfamilien verwandt