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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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7 nicht, wie er es verdient, wie ich gehofft, geträumt habe, daß ich ihn machen würde ich, die ihn ſo unendlich liebe!

Sie hatte plötzlich beide Arme weit ausgeſtreckt, als wollte ſie den geliebten Mann umfaſſen. Die Arme ſanken in ihren Schooß; ſie ſaß da, ſtarren Auges vor ſich hinblickend in die zuſammenſinkende Glut des Kaminfeuers.

Und wie nun auf den verglimmenden Kohlen die blauen Flämmchen geſchäftig auf und nieder liefen, ſo kam und ging raſtlos vorüber an ihrem inneren Auge Bild auf Bild, Scene auf Scene die tauſend Bilder, die tauſend Scenen ihres kurzen Liebeslebens, das ſo wonnig, ſo ſonnig aufgeglüht, ſo ſtrahlend herrlich geleuchtet und nun in Aſche verſinken wollte.

Da war das Deck des Dampfers, auf dem er einſam hin und her ſchritt, mit dem roten Buche unter dem Arm, nach den Rebengeländen und Burgen ausſchauend mit den blauen, ſin⸗ nenden Augen. Er war ihr längſt aufgefallen, der hochge⸗ wachſene blonde Mann, bevor die Freundinnen über denſteif⸗ leinenen Engländer zu ſcherzen begannen, während Couſin Arthur das ſchwarze Bärtchen drehte und ſich in den ſchlanken Hüften wiegte, als wolle er ſagen: Gott ſei Dank, daß ich nicht bin wie jener langweilige Geſelle! Couſin Arthur hatte ein ſehr böſes Geſicht gemacht, als der Papa den Fremden, den er in ſeiner Gutmütigkeit angeredet, jetzt herbeibrachte und den Damen als Herrn Lebrecht Nudel, Kaufmann aus Woldom, vorſtellte. Lebrecht Nudel ſei ein allerliebſter Name, meinte Couſin Arthur, und: wer ſagt mir an, wo Woldom liegt?

Ein paar Tage ſpäter wußte Couſin Arthur ſehr genau, wo Woldom lag; und an den Namen, der ihm ſo ungeheuer komiſch erſchienen, hatte er mittlerweile ebenfalls Zeit gehabt, ſich zu gewöhnen, denn derſelbe war oft genug genannt worden in Aennchen's elterlichem, ſchönen, gaſtfreien Hauſe, durch deſ⸗