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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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lenbogen reiben mußte, während ſie meldete, daß der Herr Dok⸗ tor eben angefragt habe und in des Herrn Zimmer ſei.

Aennchen war ebenfalls in die halb offene Thür getreten.

Ich möchte ihn wieder wegſchicken, ſagte Lebrecht zögernd.

Auf keinen Fall! rief Aennchen; ich komme auch; ich will nur ein wenig Toilette machen.

Wenn er durchaus zu Abend bleiben ſoll, ſo brauchſt Du Dich ja nicht zu beeilen.

Deſto beſſer! Du guter Lebrecht.

Sie wollte ihrem Gatten um den Hals fallen; aber die daneben ſtehende Frau Uelzen mit den neugierigen kleinen Au⸗ gen in dem dicken roten Geſicht genirte ſie. So legte ſie denn nur die Finger auf die Lippen: Alſo auf Wiederſehen! empfiehl mich Deinem Freunde vorläufig und vergiß nicht, Frau Uelzen wegen des Kaffee

Nein, nein! ſagte Lebrecht, Frau Uelzen hinausdrängend und, ohne ſich noch einmal umzuſehen, die Thür ſo heftig hin⸗ ter ſich zudrückend, daß Aennchen nur eben noch mit einer ſchnel⸗ len Bewegung den Saum ihres Kleides aus der Spalte ziehen konnte.

Er iſt mir bös, murmelte ſie; und ich habe es verdient. Wenn er nun hingeht und ſich bei dem ſchrecklichen Menſchen, den er ſeinen einzigen Freund nennt, mit welchem Tone er das ſagte: mein einziger Freund nein! nein! ſo ſagte er nicht; aber es kam darauf hinaus. Und jetzt ſitzt er bei ihm und ſchüt⸗ tet ſein Herz aus, und daß er eine kleine unzurechnungsfähige, alberne Frau hat, und daß er

Die Thränen ſtürzten ihr aus den Augen; ſie warf ſich wieder in den Fauteuil, das Geſicht mit den Händen bedeckend, und ſchluchzte: Nicht glücklich iſt! daß ich ihn unglücklich ge⸗ macht habe! nein, nein! nicht unglücklich! aber doch ſo glücklich