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Alber die braunen Augen blieben müde; der reizende, leicht geöffnete Mund zuckte nicht; die Hand glitt aus der ſeinen läſſig herab auf den Schooß. Seine Kniee, die ſich ſchon gebogen hatten, wurden wieder ſtraff; er wandte ſich ab, nur mit äußer⸗ ſter Anſtrengung den Seufzer unterdrückend, in welchem ſeine gequälte Bruſt ſich Luft ſchaffen wollte.
Alſo wieder einmal auf morgen verſchoben, wie nun noch jeden Abend während der ſechs Wochen langen Hochzeitsreiſe! Aber dieſer Abend— der erſte zu Hauſe— war nicht wie die anderen! Es gab auf ihn kein Morgen; er hatte auf ihn— wie ein Spieler den Reſt ſeines Vermögens auf eine letzte Karte — ſo den Reſt ſeines Mutes, ſeine letzte Hoffnung geſetzt. Mor⸗ gen mußte er ſagen— freilich! aber, daß er es mußte, war das Fürchterliche. Es war dann kein Geſtändniß mehr— war einfach eine Entdeckung, die er durch nichts: durch kein Ver⸗ ſchweigen, keine Lüge, keinen elendeſten Winkelzug länger ver⸗ zögern konnte— und er würde daſtehen, ein Verbrecher, den man, nachdem er hartnäckig und verſtockt geleugnet, endlich überführt hat, und der auch nicht den leiſeſten Anſpruch auf mildernde Umſtände erheben darf, ſoll der Richter nicht ver⸗ ächtlich das zürnende Antlitz von dem Schamloſen abwenden!
Und dieſer zürnende Richter— ſeine junge, ſeine ſchöne, ſeine angebetete Frau, die ihm ſo ganz, ſo völlig vertraute! die noch geſtern Morgen— wie war es nur möglich geweſen, daß, als ſie das holderglühende Antlitz auf ſeine Schulter beugte und zwiſchen Lachen und Weinen ſagte: Nur Deine guten, treuen Augen— weiter wünſche ich ihm nichts!— großer Gott! er hatte lachen können und hatte ſie geküßt wieder und wieder! und— hatte es nicht geſagt!
Er war an das Fenſter getreten, hatte die dicken Vorhänge zurückgeſchlagen und ſtarrte in das Dunkel des herbſtlichen


