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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Und dies iſt unſer Schlafzimmer, ſagte Lebrecht, die Thür aufmachend; wie gefüllt es Dir?

Entzückend! ſagte Aennchen.

Sie war einen Moment auf der Schwelle ſtehen geblieben und hatte ihre Blicke durch das Gemach ſchweifen laſſen. Dann war ſie mit ein paar raſchen Schritten am Kamin und hatte ſich in einen der Fauteuils geworfen.

Mein Gott, wie ich müde bin!

Lebrecht biß ſich auf die Lippen, und ſein ſchönes Geſicht, das noch eben ſo erwartungsvoll gelächelt hatte, verfinſterte ſich. Aennchen konnte es nicht ſehen, denn ſie hatte die Füße auf das Meſſinggitter geſtemmt und den Kopf weit zurückgelehnt; aber ſie ſtreckte, als er jetzt zum zweiten Male leiſe auftretend, trotz des dicken Brüſſeler Teppichs an ihr vorüberging, die Hand aus und ſagte in bittendem Ton:

Sei mir nicht bös, Lebrecht!

Er hatte die ſchmale Hand ergriffen und an ſeine Lippen geführt:

Weshalb ſollte ich Dir bös ſeind murmelte er ſehr un⸗ deutlich, denn das Herz ſchlug ihm bis in die Kehle. Wenn ſie ſeine Hand feſthielt, wenn aus ihren Augen ein liebevoller Strahl leuchtete, wenn ihre Lippen ſich zum Kuſſe wölbten dann wollte er es ihr ſagen!

Fr. Spielhagen, Skelet im Hauſe. 1