332 Silveſtre's Ohr iſt an die Thüre gefeſſelt, welche den Speiſeſaal vom Salon trennt, und er antwortet nichts, weil er nichts hört. Dann wendet man ſich an den Freund, der ihn begleitet hat, doch im Augenblick, wo er ſeine Reiſebeſchreibung beginnen will, öffnet ſich ganz ſachte die Thüre des Salons, man erblickt nur den Kopf von Madame Simon, welche leiſe ſagt:
„Es geht beſſer!“
„Iſt ſie wieder bei Bewußtſey yn?“ ſst ihr Gatte.
„Gewiß, denn als ſie die Augen wieder aufſchlug und mich erblickte, ſagte ich ihr:„Er iſt hier,“ und ſie antwortete mir mit einem ſüßen Lächeln, aus welchem ſich wohl ſchließen ließ, daß ſie das volle Bewußtſeyn wieder erlangt hatte:„Ich habe ihn geſehen.“ Aber ſie iſt noch ſo ſhh daß nn dem Gebote des Arztes Niemand, Rirm and in den Salon eintreten darf.“
Das zweite: Niemand war unmittelbar an Sil⸗ veſtre gerichtet, welcher die Hand von Madame Simon ergriff und ſie an ſeine Lippen drückte.
In dieſem Augenblick ſchien es, als erblickte man ihn zum erſtenmal, denn Madame Simon wich vor ihm zu⸗ rück, und rief, auch Herrn D.. anſchauend:
„Aber, mein Go tt, in welchem Zuſtande ſehe ich Sie Beide hier!“
Sie waren in der That beide mit Koth bedeckt und in großer Unordnung,
„Bei Grtt!“ rief D... in luſtigem Tone,„wenn Sie ſich bis jetzt eingebildet haben, zehn Meilen mit ver⸗ hängten Zügeln auf ſerlſhen Poſtkleppern, durch Koth und Regen, durch Dick und Dünn zurückgelegt, machen einen Menſchen ben mäßig, ſo müſſen Sie wohl dieſe Mei⸗ nung bei unſerem Anblick aufgeben. 2
„Wie, auf dieſe Art haben Sie den Weg gemacht?“ fragte man von allen Seiten.
„Ah! es fehlte nicht viel,“ verſetzte D...„daß wir zu Fuß hierher marſchirt wären. Er wollte fort, fort,


