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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Sabinens Ange verſchleierte ſich, ihr Athem wurde ge⸗ drückt und keuchend, als plötzlich eine Klingel ertönte, und man eine erſte Thüre ſich öffnen und wieder ſchließen hörte. Durch eine unwillkührliche Bewegung erheben ſich alle Anweſenden mit Ausnahme von Sabine und dem Doktor; eine zweite Thüre öffnet ſich und Silveſtre und ſein Freund treten ein. Alle Stimmen ſtoßen einen Freudenſchrei aus, alle Hände ſtrecken ſich gegen den Ankömmling aus; alle Augen wenden ſich gegen Sabine, um ihr zu ſagen:

Endlich iſt er da.

Da erblickt man das arme Kind auf den Stuhl zurückgeſunken, bleich und leblos, und den Doktor, wie er ihr unbarmherzig mit einem Tiſchmeſſer Gürtel, Schnüre, Bänder u. ſ. w. durchſchneidet. 7

Es iſt nichts! es iſt nichts! ruft der Doktor, nur Luft und friſches Waſſer.

Silveſtre will ſich gegen Sabine ſtürzen, aber Ma⸗ dame Simon kommt ihm zuvor. Man drängt ſich um die Kranke, man trägt ſie in den Salon, ohne daß ſich Silveſtre ihr nähern kann, ohne daß er ſie durch den Wall dienſtfertiger Freunde, die ihr zu Hülfe geeilt ſind, zu ſehen vermag. Man legt Sabine auf denſelben Di⸗ van, auf den man Silveſtre einige Tage zuvor gelegt hatte, ihn von einem furchtbaren Schlage berührt, ſie unter der Wucht eines zu heftig erwarteten Glückes zu⸗ ſammenſinkend.

Madame Simon, der Doktor und einige Frauen

bleiben bei Sabine, und alle Uebrigen kehren in den

Speifeſaal zurück.

Die Einen ſtehen da mit der Serviette unter dem Arm; die Andern halten noch ihre Gabel, beladen mit dem Stücke, das ſie zum Munde zu führen nicht mehr die Zeit gehabt haben. Man ſpricht, man ruft ſich, man beunruhigt ſich. Endlich wendet man ſich an Silveſtre mit der Frage, warum er nicht früher gekommen ſey; aber *