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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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. 327 von Herrn von Prosny zu bringen, einen Brief voll der leidenſchaftlichſten, ausſchweiſfendſten Redensarten, worin er ſagte, er wäre bereit, ſich für Sabinens Glück zu tödten, kurz den Brief eines Verrückten. D.. er⸗ zählte mir das Detail des Zweikampfes zwiſchen Silveſtre und dem Marquis, und theilte mir zugleich mit, Sil⸗ veſtre ſey in Corbeil geblieben und erwarte dort meine Befehle. Ich hätte allerdings mit D... abgehen kön⸗ nen, aber ich geſtehe, daß mir der Leib, der Kopf und die Beine noch von meinem geſtrigen Herumrennen wie ge⸗ rädert waren; überdies iſt D... ein vortrefflicher Junge, der Silveſtre ungemein liebt; ich ſage ihm, er müſſe ihn mir noch heute mitbringen, und gebe ihm eine Zeile zu dieſem Behufe mit.

Gerade das iſt es, was mich beunruhigt, ſagte Madame Simon,was haſt Du ihm denn geſchrieben?

Ich habe ihm geſchrieben, was ich ihm ſchreiben mußte.

Denken Sie ſich, Doktor, ſprach Madame Si⸗ mon,es ſind mehr als ſechs Stunden, daß er mir nicht ſagen will, was dieſes unglückliche Billet enthält. Oh! wenn er ſich in dergleichen miſcht, wird er uner⸗ träglich!

Der Doktor lachte und ſagte zu dem Sachwalter:

Mein Freund, nehmen Sie ſich in Acht; die Neu⸗ gierde iſt eine Art von Krankheit, und Ihr Stillſchwei⸗ gen kann Sie Beſuche des Arztes koſten.

Gehen Sie, Doktor, ſagte Madame Simon,ſcher⸗ zen Sie nicht; ſehen Sie, wie Sabine unruhig und betrübt zu ſeyn ſcheint.

Gut, gut, erwiederte der Doktor,ſie hat die Hand in der Taſche ihres Kleides; in der Taſche ihres Kleides ſteckt der Brief von Silveſtre; da ſie ihn nicht vor der ganzen Welt leſen kann, ſo betaſtet ſie ihn wie der Geizige, der ſich von dem Vorhandenſeyn ſeines Schatzes überzeugen will; und wenn Sie Sabine genau