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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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und alle Drei verſanken wieder in ihr Stillſchweigen und in ihre glückliche Träumerei.

Indeſſen ging die Stunde vorüber, und die Gäſte fanden ſich bald ein; einige junge Fräulein, worunter Aurelie von S.. nicht war; einige ernſte Freunde, darunter der gute Doktor, von dem ich bereits geſprochen habe. Man unterhielt ſich leiſe, man machte ſich kleine Zeichen des Einverſtändniſſes; Alle ſchienen in das Ge⸗ heimniß eines Glückes eingeweiht zu ſeyn, von dem Je⸗ des die Ueberraſchung den Andern aufzubewahren ge⸗ dachte. Es ſchlug ſechs Uhr; in dieſem Augenblick ſchaute Sabine nach dem Zeiger, und es beſchlich eine gewiſſe Unruhe alle Anweſenden. Madame Simon nahm ihren Gatten bei Seite und ſagte: 3

Weißt Du gewiß, daß der Brief bei Silveſtre angelangt iſt?

Sieh da, verſetzte Herr Simon, ſich an den Doktor wendend, der eben auf ihn zukam,meine Frau fängt Streit mit mir an, und erklärt mich für einen Einfaltspinſel, weil unſer großer Sieger mit ſeiner Er⸗ ſcheinung um eine halbe Minute zögert. Du weißt recht wohl, fuhr er fort, indem er ſich wieder gegen ſeine Frau kehrte,daß ſelbſt, wenn kein Hinderniß ſo groß wie ein Strohhalm in den Weg träte, Silveſtre früheſtens um ſechs Uhr hier ſeyn könnte.

Madame Simon konnte eine kleine Bewegung der Ungeduld nicht unterdrücken; ſie hatte ſo ſehr bange, durch den geringfügigſten Unfall ein Glück ſcheitern zu ſehen, das man unter ſo großen Mühſeligkeiten erkauft hatte, daß ſie dem inneren Antrieb nicht widerſtehen konnte, ihrem Gatten zu ſagen:

Es würde das Beſte geweſen ſeyn, wenn Du ſelbſt gegangen wäreſt, um ihn zu holen.

Ich mache Sie zum Schiedsrichter, ſagte Herr Simon zum Doktor:D.. einer von Silveſtre's Zeu⸗ gen, iſt dieſen Morgen gekommen, um mir einen Brief