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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Das iſt unnütz, ſie wäre unfähig, es zu verſtehen.

Wie! rief die Vormünderin,iſt es ſchon ſo weit gekommen?

Wir gehen geraden Wegs einer Hirnentzündung entgegen. Dieſe Erregung auf irgend eine Art nähren, hieße der Krankheit einen Impuls geben. Man muß zuerſt dieſen brennenden Gedanken dämpfen, und wenn ſie bis zu einem Grade von Schwäche heruntergeſtimmt ſeyn wird, wodurch wir jede Gefahr entfernt haben, ſo werden wir ſehen, wie ſich das ſouveräne Mittel, das Sie in Händen haben, anwenden läßt.

Die arme Sabine wurde alſo zu einem Aderlaß verurtheilt, und der Doktor ging mit ſolchem Eifer zu Werk, daß, als Herr Simon ſeine Mündel verließ, dieſe ihm ſanft zulächelte, ſich gegen ihn neigte, und, die Hände von Herrn Simon und ſeiner Gattin in den ih⸗ rigen vereinigend, mit beinahe erloſchener Stimme ſprach.

Sie lieben mich, nicht wahr, Sie lieben mich?

Sie umarmten ſie weinend, und der Doktor rief in die Hände klatſchend:

Wir ſind gerettet, wir ſind gerettet!

Sie iſt ſehr ſchwach, ſagte Madame Simon, welche fand, daß der Arzt Sabine wie ein Henkers⸗ knecht behandelt hatte, ſo ſchwach, ſo bleich, ſo vernich⸗ tet ſah ſie aus.

Während man ihrer Mündel zur Ader ließ, hatte Madame Simon gleichſam jeden Tropfen des Blutes geweint, das dieſes Kind ſo ſchön, ſo ſtark, ſo reizend machte.

Sie iſt ſehr ſchwach, und ich befürchte....

Eh! verſetzte der Doktor ungeduldig,ſehen Sie nicht, daß ſie gerettet iſt? Sie fühlt das Bedürfniß, geliebt zu ſeyn..

Madame Simon hätte den Doktor gerne für die⸗ ſes Wort umarmt. Sie trug ſogleich darauf an, Sa⸗

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