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von Allem, was vorgegangen war, Rechenſchaft heben zu können. 16
Sabine aber ſtürzte nach ihrem Zimmer. Madame Simon erwartete ſie vaſelbſt. Als ihre Vormünderin ſie bleich, beinahe von Sinnen, eintreten ſah, ſo lief ſie ihr entgegen und rief:
„Was iſt geſchehen.“
„Ah! welche Schande,“ ſtammelte Sabine, mit zu⸗ ſammengepreßten Zähnen und ſtarrem Blicke.
„Er liebte Dich nicht?“
„Er liebt mich!“ rief Sabine mit furchtbarer Zer⸗ riſſenheit;„aber er ſchlägt meine Hand aus. Herr von Prosny kann ſich nicht erniedrigen, Fräulein Durand zu heirathen.“
„Er hat Dir das nicht geſagt.“
„Er hat es mir geſagt,“ erwiederte Sabine mit bitterem Stolz.
Aber
„Sprechen wir nicht mehr davon,“ verſetzte Sa⸗ bine,„ſprechen wir nicht mehr davon, nie mehr, ich bitte Sie. Ein ſolcher Schlag iſt zum Sterben hin⸗ reichend.“
Madame Simon ward ſo ſehr durch den Nachdruck erſchreckt, womit Sabine die letzten Worte ſprach, daß ſie nicht ferner in ſie drang, aber ſie wollte ſie in dieſem Augenblick nicht allein laſſen, und ſie blieben beiſammen, ohne zu ſprechen, aber Beide weinend.
Der Schlag, der Silveſtre bei der Entdeckung des Diebſtahls ſeiner Tante getroffen hatte, war niederſchmet⸗ ternd geweſen; er hatte ihn auf die Erde geworfen, wo er vernichtet und ſterbend liegen blieb; aber gerade wegen ſeiner Heftigkeit hatte ſich das Nachgefühl ſeiner ſchmerz⸗ haften Berührung allmälig gemildert, es hatte ſich in


