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weſen. Dieſer Menſch ſah nichts von Ihnen, als Ihre blühende Schönheit, als Ihren glänzenden Geiſt, als Ihre ſtrenge Tugend. Er hatte nichts von dieſem Herzen begriffen, nichts von dem, was es gut und nachſichtig, nichts von dem, was es ſtolz und edelmüthig macht, nichts was bewirkt, daß Sie das Glück um ſich her ausſtreuen, nichts von dem Zauber, der dergeſtalt durch⸗ dringt und entzückt, daß man unter der Herrſchaft Ihrer Gegenwart an die Güte Gottes glaubt, und an das Glück glauben möchte, wenn man nicht zum Leiden be⸗ zeichnet wäre. Oh! heirathen Sie ihn nicht,“ rief Sil⸗ veſtre die Stimme erhebend.„So iſt es gut, und nun. bin ich frei!“
Sabine hatte Silveſtre mit gierigem Entzücken zu⸗ gehört. Endlich brach ihr Herz hervor, endlich ſprach ihre Lenſchaſt, und ſie ſagte:
„Ja! und ich bin auch frei!“
Aber ſie hatte den Sinn dieſes Wortes in Silueſtr's Munde nicht verſtanden. Mit dieſem Worte:„Ich bin frei,“ wollte er ſagen:„Nun kann ich zum Kampfe mit dieſem Menſchen ſchreiten, und ich werde es ohne Furcht vor dem Tode thun, den er mir geben kann, denn er wird den Schatz nicht beſitzen, den ich verloren habe. Tödte ich ihn, ſo kann man mich nicht beſchuldigen, ich habe dem Leben dieſes Engels eine Hoffnung auf Glück entriſſen.“ Das war der Gedanke Silveſtre's, als Sa⸗ bine, ihm die Hand reichend, ſagte:
„Ich bin auch frei!“
In dieſem Augenblick war ſie zugleich ſo ſtrahlend und ſo ſtehend ſie i ſich an dieſen Mann mit einer ſo ghenen Unſchuld„mit einer ſo freimüthigen, ſo offenen Liebe, daß Silveſtre am Ende glauben mußte, ſie liebe ihn.... ſie liebe ihn ein wenig; und er fühlte, wie er bei dieſem Gedanken zitterte, wie er erbleichte. ſagte er zu ſich ſelbſt,„oh, wenn ich ſterben ſollte, ſterben von ihr geliebt!..“ Er wurde von einer furchtbaren Schwäche befallen, er fühl te ſich ſiig⸗ er hatte


