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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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dieſe Furcht, als ſie es durch ihre eigene Stärke und ihren eigenen Muth geweſen war, ſagte ſie entſchloſſen:

„Nein, mein Herr, Sie haben keinen Schmerz, der mir fremd wäre.“

Silveſtre ſchien ſo verwirrt, ſo beſtürzt, daß Sabine noch mehr wagte.

„Und vielleicht bin ich hier, um alle Ihre Schmerzen zu ſtillen.“

Silveſtre war ſo erſchüttert, daß er nicht glauben fonnte, was er ſah, was er hörte, denn er ſah dieſes Herz, das ſich ihm entgegenwarf, er hörte es das ſeinige nennen, aber das unſelige, Alles vernichtende Mißtrauen trat ſogleich wieder zwiſchen ihn und dieſe himmliſche Er⸗ ſcheinung, und zeigte ſie ihm als ein Mitleid, das um jeden Preis angenommen ſehn wollte. Dieſen Gedanken ſtieß er ebenfalls zurück, wie er die Hoffnung, an die er nicht zu glauben wagte, zurückgeſtoßen hatte, und er blieb zitternd, bewegt, unſicher. Endlich ſuchte er ſich aus die⸗ ſem peinlichen Zuſtande loszureißen und ſprach:⸗

„Ich habe keine Schmerzen, die Sie ſtillen könnten. Seyen Sie glücklich, das iſt mein einziges Verlangen⸗ Glauben Sie mir. o! glauben Sie... es iſt der glü⸗ hendſte Wunſch meines Herzens.. Was mich betrifft, ich beklage mich über nichts...“

Sabine reichte ihm die Hand und ſagte, Thränen in den Augen.

„O! ſprechen Sie doch...“

Silveſtre ergriff dieſe Hand und rief:

„O! ich weiß, daß Sie gut, daß Sie heilig, daß Sie edelmüthig ſind! und ich möchte Ihnen wohl ſa⸗ gen können, wie ich es fühle aber...“ 5

Er hielt inne, wich noch einmal vor der Hoffnung zurück, die ſich ihm darbot, und verſetzte endlich;

„Aber nein, es iſt nicht möglich, es kann nicht ſeyn. Ol ich bitte Sie, ſagen Sie mir., ſagen Sie mir, was Sie bewogen hat, hierher zu fommen... Sie ſehen wohl,