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Beide ſchwiegen, und es ſchien, als ſollte die Unter⸗ redung keinen Fortgang nehmen. Sabine wagte es nicht mehr, Silveſtre anzuſchauen; er hatte den Kopf geſenkt; er athmete mühſam, und ſchien kaum einen Schrei zurück⸗ halten zu können.
„Aber Sie leiden immer noch?“ ſagte Sabine.
„Oh!“ rief er in Verzweiflung,„nicht daran leide ich.“
Sabine wußte, daß ſie geliebt war, ſie hatte das Geſtändniß dieſer Liebe vernommen, als Silveſtre's Geiſt aus den Fugen getreten war; ſie hörte es wieder in dieſem ſchmerzhaften Schrei.
„Aber woran leiden Sie denn?“ ſagte ſie mit einer Betonung, worin ſich das vorempfundene Glück der Antwort erkennen ließ, der ſie entgegenſah.
Silveſtre erbebte, als ließe der Klang der Stimme Sabinens in ihm die Worte des Herrn von Belleſtar wiedertönen, die ihm geſagt hatten, ſie liebe ihn; er ſchaute ſie an, und bei dem Anblicke dieſes Geſichts, das ſanft flehend zu ſagen ſchien:„Oeffnen Sie mir Ihr Herz,“ neigte er ſich vor ihr und ſprach:
„ e ich leide! Sie wollen wiſſen, woran ich eide?“
Die Herzen, welche viel gelitten haben, fürchten ſich vor dem Glück. Selbſt wenn es ihnen die Arme öffnet, zögern ſie, ſich darein zu werfen; ſie begreifen ſo gut die Verzweiflung einer falſchen Hoffnung. So genuͤgte der kurze Augenblick, deſſen Silveſtre bedurfte, dieſe paar Worte auszüſprechen, um ihm die Furcht ein⸗ zuftößen, er könnte ſich getäuſcht haben, und getäuſcht. worden ſeyn. Alle Freude, alles Entzücken, wie es auf ſeinem Antlitz ſtrahlte, erloſch plötzlich, und er erwiederte langſam zurückweichend:
„Ich leide an einem Schmerz, den Sie nicht kennen lernen ſollen. an einem Schmerz, der Ihnen ftemd ie
Sabine fühlte abermals Silveſtre's Liebe in dieſer Furcht, die ihn bewegte, und ſtärker und muthiger durch


