291 ſchauen. Er fühlte, daß ſie litt, er ſah, daß ſie verlegen war, er bildete ſich ein, ihre Erſcheinung ſey Folge eines Befehls ihres Vormunds, und er grollte Herrn Simon, von dem er glaubte, er habe ſeine Mündel zu Entſchul⸗ digungen gegen ihn gezwungen; aber er hatte nicht mehr Muth als ſie, das Geſpräch zu beginnen, und Sabine war die Stärkere.
„Sie ſind ganz wohl, nicht wahr?“ ſagte ſie.
„Ja, mein Fräulein, und ich danke Ihnen für den Antheil, der Sie hierher geführt hat.“
„Herr von Prosny,“ ſprach Sabine, einen Satz vorausſchickend, der die Erklärung einleiten, und ſie ſelbſt zum Sprechen nöthigen ſollte;„ich bin gekommen, um Ihnen Vieles zu ſagen.“
„Mir,“ ſagte Silveſtre,„mir?“
Sabine ſchaute ihn an, und ſah ihn ſo bewegt, daß ſie Muth faßte.
„Ihnen, mein Herr,“ erwiederte ſie traurig lächelnd.
Nun fand ſie die erſten Worte von dem Thema wieder, wie ſie es ſich entworfen hatte, und ſie fuhr in demüthigem Tone fort:
„Vor Allem habe ich Sie um Verzeihung zu bitten
wegen einer Handlung, welche der Abſicht nach gut war
die Sie indeſſen verletzt hat.„ich hatte Unrecht
Silveſtre's Gedanke in Beziehung auf Entſchuldi⸗ gungen, wozu Sabine durch ihren Vormund veranlaßt worden ſeyn ſollte, war gerechtfertigt. Er beeilte ſich, Sabine zu unterbrechen:
„Sprechen wir nicht mehr hievon, mein Fräulein, und wenn Jemand um Verzeihung zu bitten hat, ſo bin ich es, der ich Sie auf den Knieen bitten muß, zu vergeſſen, daß ich Ihnen ein Verbrechen aus der edelſten Handlung gemacht habe, daß ich der Hand geflucht, die mir zu Hülfe gekommen iſt,.. ich habe Unrecht gehabt.. ſprechen wir nicht mehr davon 1
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