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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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in einer Ark von verzweifelter Freude. Der Gedanke an die Liebe Sabinens war ihm tief in das Herz gedrungen. Er gefiel ſich darin, wie in einem berauſchenden Traume, von dem man fühlt, daß er nicht Wahrheit iſt, und aus dem man ſich doch nicht erwecken will, weil man weiß, daß das Erwachen furchtbar wäre. Für Silveſtre war das Erwachen gleichſam ein Kampf mit Herrn von Bel⸗ leſtar, und bis dahin wollte er mit ſeinem Zweifel, wenn nicht gar mit der Hoffnung fortfahren, die ihm das Herz wiegte. Sollte er in dieſem Kampfe fallen, ſo ſchien es ihm, als würde er wie ein Mann ſterben, vor dem eine lachende Trunkenheit reizende Phantome erſcheinen läßt, wie ein Mann, der umgeben von glänzenden Lichtern, von ſüßen Wohlgerüchen, von ſanften Harmenien in die Arme des Todes ſinkt; dieſe Trunkenheit fühlte er, ohne daran zu glauben, und er wollte ſie bewahren, obgleich er nicht daran glaubte. Er hatte bange vor ſeiner Vernunft, vor der der Anderen, vor der Wahrheit. Sollte Herr von Belleſtar im Streite unterliegen, ſo zweifelte von Prosny gar nicht daran, daß man ihm ſagen werde, die Worte des Marquis ſeien eine Lüge, und dies war das Erwachen, welches er ſo ſehr fürchtete.

Er wollte lieber dieſen Traum im Schlummer oder im Tode ſich verlieren, als ihn im Erwachen oder vor dem Leben verſchwinden ſehen. So brachte er dieſen gan⸗ zen Tag und dieſe ganze Nacht hin. Was Sabinens Nacht betrifft,— warum ſoll ich davon ſprechen? Eine ganze Nacht freudiger Hoffnung, eine ganze Nacht ſchöner Zukunft ohne innere Vorwürfe, eine ganze Nacht keu⸗ ſcher Liebe, gebilligt von redlichen Gemüthern, ermuthigt von Menſchen, die zu lieben wiſſen. Was ſoll aus dieſen Hoffnungen werden, was ſoll mit dieſer Zukunft geſchehen? Zur Stunde, wo ich dies ſchreibe, weiß ich es durchaus nicht; aber ſollten ſich dieſe Hoffnungen und dieſe Zukunft verwirklichen, ſo muß Sabine dieſe Augenblicke unter die glücklichſten rechnen, die ihr der Himmel verlieh. Das Glück, das man gibt oder empfängt, ſteht immer unter