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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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ſtehen blieb, wo er Herrn von Prosny traf, ließ ſich leicht erkennen, daß ſie mehr that, als die ganze Ge⸗ ſellſchaft denn ſie ſuchte ihn. Silveſtre hielt ein Album in der Hand, deſſen Zeichnungen er aufmerkſam betrachtete; einige überging er, als wären ſie keiner Be⸗ ſchauung würdig, andere ſah er mit der ſtrengen Pünkt⸗ lichkeit eines Kenners an. Dann hielt er plötzlich inne, als hätte ihn etwas ganz Außerordentliches berührt; ſeine Miene verdüſterte ſich, ein bitteres, verächtliches Lächeln machte ſeine Lippen erbeben, und beinahe eben ſobald ſchlug er die Augen auf, um Jemand zu ſuchen und begegnete Sabinens Blicken. Aus einer für das Mädchen unerklärlichen Urſache erbleichte Silveſtre, als wäre die Prüfung, der man ſeine Perſon unterworfen, eine Beleidigung geweſen; er verließ ſeinen Platz und entfernte ſich ſo eilig, daß er das Album zu ſchließen vergaß, und dieſes blieb ſomit gerade an der Stelle offen, die ihn in ſo lebhafte Aufregung verſetzt hatte.

Sabine knüpfte das Geſpräch mit ihren Freundinnen wieder an, aber ohne das Auge von dem offenen Album abzuwenden; als ſie ſich jedoch überzeugt hatte, daß Silveſtre in ein an den Salon ſtoßendes Zimmer von Madame Simon gegangen war, ſo erbot ſie ſich gegen ihre jungen Freundinnen ihnen ihre neuen Zeichnungen zu zeigen, und lief voran, um ſich des Albums zu be⸗ mächtigen. Es war gerade bei einem Blatte geöffnet, worauf ſie ſelbſt eine ziemlich hübſche Aquarelle gezeich⸗ net hatte. Dieſe Aquarelle war eine einfache Darſtellung der Anſicht eines Landhauſes mit einem Parke, das Sa⸗ binen gehörte; und ſie war im höchſten Grade erſtaunt, daß eine ſolche Zeichnung dieſen jungen Mann ſo leb⸗ haft hatte erregen können. Es war ein Umſtand, der ſich gerade ſeiner ſcheinbaren Bedeutungsloſigkeit wegen auf tauſenderlei Art deuten ließ; und kein Mädchen, das einen hübſchen jungen Mann wahrgenom⸗ men hat, unterläßt es, ſich dieſen geiſtigen Forſchungen hinzugeben, wenn es ihrem Belieben anheimgeſiellt iſt;