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glaube, es iſt der erſte oder zweite Schreiber meines Vormunds.“
Der Geiſt, in dem die jungen Fräulein dieſe Ant⸗ wort aufnahmen, möchte einen aufmerkſamen Beobachter hinreichend über die Stellung und die Hoffnungen von jeder von ihnen belehrt haben. Die Eine wandte ſich von ihm nach einem letzten Blicke, der zu ſagen ſchien:„Schade, daß er ſo wenig iſt.“ Eine andere, ziemlich Häßliche betrachtete ihn lange Zeit forſchend, als dächte ſie:„es wäre wohl der Mühe werth, ihm eine ſchöne Mitgift zu bringen, damit er ſich eine gute Stelle kaufen könnte.“ Eine dritte, ein großes Fräu⸗ lein mit trotziger Naſe und verächtlich aufgeworfenem Munde ſchnitt eine kleine Grimaſſe und ſagte mit leiſer Stimme:„Er iſt angezogen, wie ein Thürſteher.“
Doch die glänzendſte Auszeichnung, die dem An⸗ kömmling zu Theil werden konnte, lag in der erhaben impertinenten Miene, womit ihn Herr von Belleſtar be⸗ trachtete. Kein Mann ſieht einen andern auf dieſe Weiſe an, wenn er nicht etwas an ihm findet, was ihm miß⸗ fällt, und in der Regel mißfällt Männern, wie Herrn von Belleſtar, daß ſie das bei andern finden, was ihnen ſelbſt durchaus abgeht. Dem Herrn von Belleſtar aber mangelte es durchaus an dem geiſtigen Adel, des Kopfes, an der Grazie des Wuchſes, und an der ausgezeichneten Feinheit des Fußes und der Hand, und gerade alles dieſes beſaß Herr Silveſtre von Prosny. Er war kaum fünf⸗ undzwanzig Jahre alt, aber die bräunliche Färbung ſeines Geſichts und die Schwermuth des Ausdrucks, die dar⸗ über gelagert war, gaben ihm das Ausſehen eines Man⸗ nes, der in den Prüfungen des Lebens mehr vorgerückt iſt, als man es in ſeinem Alter zu ſeyn pflegt.
Sabine beobachtete anfangs die Theilnahmsloſigkeit, welche Niemand in ihre wahren Gefühle dringen ließ, aber einen Moment ſpäter, als man ſah, wie ihr Blick raſch den Salon durchlief und erſt in dem Augenblick feſt
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