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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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18

iſt vorüber; meine Tante würde über ein längeres Aus⸗ bleiben in Unruhe gerathen.

Ich will ſte davon in Kenntniß ſetzen laſſen, da Sie trotz meiner Ermahnung nicht daran gedacht haben.

Der junge Mann ſchien verlegen; er ſchaute trau⸗ rig, aber zugleich ſanft umher, als wollte er ſagen: Was habe ich inmitten dieſes Lurus und dieſer Fröhlichkeit zu ſchaffen! Dann ſprach er mit weicher Stimme:

Ich bin krank, ich leide, und es wäre für mich beſſer.

Hum! rief Herr Simon,Sie wären nicht krank, Silveſtre, wenn es ſich um eine Arbeit handelte, welche Sie die ganze Nacht beſchäftigen würde.

Wenn eine Pflicht ruft... allerdings..

Nun, nun, verſetzte Herr Simon im Tone freund⸗ ſchaftlichen Vorwurfs,Sie mißbrauchen den Umſtand, daß Sie nicht beim Geſchäfte ſind, um mir den Gehor⸗ ſam zu verweigern. Das iſt ſchlimm. Hortenſe, fügte er laut bei, indem er ſeine Frau zu ſich rief,ſage Herrn von Prosny, Du werdeſt ihm nie vergeben, wenn er nicht bei Deinem Abendbrod bleibt.

Madame Simon ging ſogleich auf Herrn von Prosny zu, und er mußte wohl den anmuthigen Bitten, womit man ihn beſtürmte, nachgeben. Dieſer kleine Vorfall machte auf den Eintritt des jungen Mannes aufmerkſam, und aus der Art und Weiſe, wie man ihn von allen Seiten im Salon prüfend beſchaute, war leicht zu er⸗ rathen, daß dieſer Mann etwas Außergewöhnliches an ſich trug. Die Schreiber unterbrachen ihre Scherze, und Einer von ihnen bemerkte nur kurz:

Er iſt noch bleicher, als gewöhnlich.

Die Fräulein prüften ihn verſtohlen, und er ſchien ihnen unſtreitig einer beſonderen Aufmerkſamkeit würdig zu ſeyn, denn alle fragten Sabine zu gleicher Zeit:

Wer iſt der Herr?

Ich weiß es nicht, entgegnete dieſe,aber ich