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Frauen und Mädchen in einer Sekunde den Mann prü⸗ fen, in welchem ſie einen Gatten vorherſehen.
Sabinens Antlitz bewahrte das Geheimniß der Schätzung, die ſie von dem Herrn Marquis von Belleſtar gemacht hatte, und erwiederte ſeinen Gruß mit aller Leichtigkeit und aller Beſcheidenheit eines Mädchens von guter Erziehung. Herr Simon, der ſeine Mündel beob⸗ achtet hatte, faltete die Stirne, und hätte ſeine Frau, die ſeine Unzufriedenheit gewahr wurde, ihn um die Ur⸗ ſache fragen können, ſo würde er gewiß geantwortet ha⸗ ben, er ärgere ſich, ſehen zu müſſen, wie ein junges in dieſem Grade ſeine Eindrücke zu beherrſchen wiſſe.
Der Herr Marquis von Belleſtar knüpfte mit Herrn Simon ein Geſpräch an, und wußte die Unterhaltung ziem⸗ lich geſchickt zu benützen, um ſich an Sabine zu wenden. Da er nicht mit Grund glauben konnte, ſie habe mehr oder weniger als das im Herzen, was die Mehrzahl der Frauen beſchäftigt, ſo plauderte er von tauſenderlei Ta⸗ gesangelegenheiten. Er benützte das Herannahen des Reujahrstages und die zahlreichen Verpflichtungen, wel⸗ che die Neujahrsgeſchenke einem reichen Junggeſellen von ſehr ausgebreiteter Bekanntſchaft auferlegen, um die verſchiedenartigſten Kenntniſſe in allen möglichen elegan⸗ ten Spielereien und Nichtswürdigkeiten zu entwickeln, welche die weibliche Aufmerkſamkeit anzuziehen vermögen. Neue Wagen, alte Porzellane, antike und moderne Ta⸗ peten, reiche Kriſtalle von Böhmen, ganz neue Kriſtalle vom Mont⸗Cenis, Cachemirs, Spitzen, Parures von Marlé, er hatte Alles geſehen, den Werth von Allem erkannt, und wenn er nicht Alles gekauft hatte, ſo ge⸗ brach es ihm nur an einem Weſen, das er mit dem gan⸗ zen Glanze dieſer Wunder umgeben könnte.
Bei all ſeinem Geiſte war Herr Simon nur ein Menſch, und er fand dies ſehr gut vorgetragen und äußerſt glücklich angewendet. Aber es genügte, daß Herr Simon
ſeine Abſicht errathen hatte, um Madame Simon, in


