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„Das iſt nicht geſcheit von ihm,“ rief Sabine la⸗ chend,„ich kann dieſen Herrn nicht ausſtehen; er riecht auf eine Stunde nach der Million und ſeine Renchen ſind in die unverſchämte Zuverſicht ſeines Geſichtes einge⸗ ſchrieben... Dieſer Menſch...“
„Dieſer Menſch ſpeist mit uns zu Nacht, er hat in ſeiner Dreiſtigkeit ſo unumwunden um dieſe Einladung bei Herrn Simon nachgeſucht, daß dieſer nicht auswei⸗ chen konnte.“
„Ah,“ ſagte Sabine mit ganz beſonderem Ausdruck, „wir werden wenigſtens einen eleganten Tänzer und einen guten Muſiker haben.“
„Womit Du wohl andeuten willſt, die andern ſeyen ungeſchlachte Bären?“
„O, welches Wort!“ rief Sabine,„aber unter uns geſagt, wenn Sie gerecht ſeyn wollen— dieſe Sachwal⸗ ters⸗Schreiber ſind doch bei Gott nichts weniger, als unterhaltend.“—
Sabine hatte nicht ſobald ihren Satz vollendet, als ſich eine luſtige Stimme hinter der Cauſeuſe, worauf die Damen ſaßen, vernehmen ließ.
Wer ſpricht hier Schlimmes von Sachwalters⸗Schrei⸗ ern?“
„Ah!“ rief Sabine, den Kopf munter in den Hän⸗ den verbergend,„mein Vormund, ich bin verloren.“
„Die Sachwalters⸗Schreiber,“ ſprach Herr Simon, die Stimme erhebend,„ſind doch die Perlen der Jugend. Der Sachwalters⸗Schreiber iſt mäßig, geduldig, geord⸗ net; der Sachwalters⸗Schreiber hat oder muß haben ein ungeheueres Gedächtniß, einen ſpitzindigen Kopf, ſchnelle Einſicht, vollkommene Urtheilskraft und raſche Entſcheidung; der Sachwalters⸗Schreiber muß mit Allem, was es Höchſtes und Niederſtes in der Geſellſchaft gibt, auf geziemende Weiſe zu ſprechen wiſſen, er muß bald verſöhnend, bald feſt wie ein Fels ſeyn; der Sachwakters⸗ Schreiber kennt die Welt beſſer, als der der Mode wegen geſuchteſte Beichtiger, denn dieſer erfährt nur die Sünden,


