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„Madame Simon iſt kein ſchöner Name.““
„Ich glaube,“ erwiederte ich,„daß er ſtets ein eh⸗ renwerther ſeyn wird.“ t
„Mein Kind,“ ſprach Madame Simon,„es gibt Gemüthsbewegungen, die man nie in ſeinem Leben wie⸗ der erfährt, und die ſich nie erklären laſſen.“
„Herr Simon blieb unbeweglich, ſeine Augen hingen an den meinigen, er war blaß und drückte die Zähne zuſammen, als wollte er alles das zurückhalten, was vom Herzen auf die Lippen ſtieg. Endlich brach die ganze Glückſeligkeit hervor, eine Thräne trat in ſeine Augen er konnte mir nichts Beſſeres ſagen. Ich verließ ihn. O, mein Kind, man müßte ſchon lieben, um Einen zu beglücken, möchte er Sachwalter, möchte „Und Sie lieben ihn immer noch ſo?“ ſprach Sa⸗ bine, welche Madame Simon zuhörte, als hätte ſie ihr ein Feenmährchen erzählt.
„O! mein Kind,“ erwiederte Madame Simon lachend,„das iſt nicht mehr daſſelbe.“
„Ich wußte es wohl“ rief Sabine lächelnd.
Madame Simon nahm eine ſehr ernſte Miene an und fügte bei:
„Es iſt nicht mehr daſſelbe, aber es iſt dennoch gut. Hat man zwanzig Jahre an der Seite eines Mannes gelebt, deſſen Zärtlichkeit, deſſen Schutz uns nie entzo⸗ gen ward, der ſich unſer Glück zur Pflicht gemacht, der uns redlich mit feſter und zugleich ſanfter Hand auf un⸗ ſerem Lebenspfade geführt hat, eines Mannes, deſſen guter Ruf uns überallhin geleitet, eines Mannes, der nach Charafter und Geiſt hoch genug ſteht, um einer Frau das Recht zuzugeſtehen, ohne Grund traurig oder heiter zu ſeyn; wenn mañ geſehen hat, wie durch die Hochachtung, durch das Gluͤck, durch die Freuden alle Früchte der Arbeiten dieſes Mannes ſich gereift in un⸗ ſere Hände legten, ſo liebt man ihn, Sabine, mit ei⸗ ner Zärtlichkeit, der allerdings die reizende Trunkenheit
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