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er mit einer Andern, ſo forſchte ich in ſeinen Geſichts⸗ zügen, ich errieth ſeine Worte, mein Herz preßte ſich zuſammen; gelangte er endlich nach tauſend Umwegen zu mir, ſo dehnte ſich mein ganzes Herz aus, es kam mir vor, als athmete ich plötzlich eine viel freiere, mei⸗ ner Bruſt viel zuträglichere Luft; ich fühlte mich glücklich.“
„In der That!“ ſagte Sabine mit demſelben Er⸗ ſtaunen,„und er war ſchon Sachwalter?“
Die Frage, ſo geſtellt, zeigte vollkommen, daß für Sabinens Geiſt die Idee der Liebe und die eines Sach⸗ walters ganz unverträglich waren.
„Er war bereits Sachwalter,“ entgegnete Madame Simon mit ſpöttiſchem Lächeln,„aber zu meiner Ent⸗ ſchuldigung, daß ich ihn trotz ſeinem Titel geliebt habe, muß ich Dir wohl ſagen, Herr Simon war damals noch nicht der etwas dicke, etwas ſchwerfällige, etwas graue Herr, wie Du ihn kennen lernteſt. Er war ein hübſcher, eleganter junger Mann, ernſthaft, wenn es Noth that, voll Heiterkeit, wo es am Orte war; er hatte die Dreiſtigkeit, mir eines Tags voll Ehrfurcht zu ſagen:„Mademoiſfelle, ich liebe Sie; mißfällt Ihnen dieſe Liebe nicht, ſo werde ich mir Ihre Hand von Ih⸗ rem Herrn Vater erbitten.“ Ich zitterte an allen Glie⸗ dern, und antwortete, daß man gewöhnlich nicht ſo ver⸗ fahre, und daß er ſich an meinen Vater wenden müßte; worauf er mir mit derſelben Dreiſtigkeit und derſel⸗ bén Ehrfurcht erwiederte:„Ich weiß es, Mademoi⸗ ſelle, aber offenherzig geſprochen, iſt es nicht beſſer, wenn ich Ihnen, mißfällt Ihnen meine Werbung, zuerſt das Mißvergnügen erſpare, das dieſelbe in Ihrem In⸗ nern erzeugen würde, und ſodann die kleinen Zänkereien abſchneide, die zwiſchen Ihnen und Ihrem Herrn Vater ſich entſpinnen könnten, ſollte er gegen Ihre Wünſche ſeine Einwilligung ertheilen.“ Ich war ſehr in Ver⸗ legenheit, er bemerkte es, und er ſagte mir, trotz dem entſchloſſenen Ausſehen, das er ſich zu geben bemühte, mit zitternder Stimme:


