208 Problematiſche Raturen.
„Oldenburg, zum Teufel, was haſt Du denn da angerichtet, flüſterte Barnewitz heftig.„Ich will nicht, daß Cloten meine Frat führt, Sie reden ſchon genug über die Beiden.“
„Ja, lieber Freund, Du ſagteſt, ich ſollte den Unbedeutendſtet wählen; da war ja gar kein Zweifel möglich.“
„Und Melitta mit dem Doctor, Du mit der ja geradezu lächerlich.“
„Ja, Barnewitz, das iſt nun einmal geſchehen; und wun würdf Du mir einen ausnehmenden Gefallen erweiſen, wenn Du nicht de avouirteſt, was ich in Deinem Auftrage gethan habe, und Dichk an Deinen Platz verfügteſt; die Gräfin Grieben ſucht Dich mit ihren großen Eulenaugen.“ „Ich waſche meine Hände in Unſchuld,“ grollte Barnewitz, eilend.
„Und ich will eine Flaſche Champagner auf meinen g Staatsſtreich trinken,“ grinſte Oldenburg, an der Seite da
„ Erzieherin, gegenüber Oswald und Melitta, in unmittelbarer von Cloten und Hortenſe, Platz nehmend. 3 „Meine Damen und Herren,“ ſagte er;„ich hoffe, daß elhf mir in ein ſtilles begeiſtertes Hoch auf das Wohl des Mam ſtimmen werden, der Jedem von uns ſeinen Platz anwies, u
während er nur das Gemeinwohl vor Augen zu haben ſchien die geheimen Wünſche jedes Einzelnen zu erfüllen wußte. JDa Ihnen zu bedenken, meine Damen und Herren, daß ein Mang Enthuſiasmus in dieſem feierlichen Augenblick nicht nur die Gbeſ jenes Mannes ſchmerzlich berühren, ſondern auch die Empfinduſti eines Ihrer Nächſten auf's Tiefſte verletzen würde, Ihres Näch en mindeſtens wie ſich ſelbſt zu lieben, Sie ſchon die Religion wh iebe verpflichtet, zu der wir uns ja Alle ohne Ausnahme bekenn oh deine Damen und Herren, trinken Sie mit mir auf das Wore Sres und meines beſten Freundes, auf das Wohl Adalberts vo⸗ Henburg.“ Man kann ſich denken, daß, ſo weit als des Barons mäßig ſ holne Stimme ſchallte, Wenige Luſt hatten und Niemand es wo


