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rſter Banb.
Erſter Band. 197
„Hortenſe nicht, aber die Söiffer⸗ die ſie hernach ausgefragt hat—“
„Hm,“ murmelte Oldenburg.„Nun?“
„Da ſollen Sie zu der Berkow geſagt haben: Liebe Seele, mit Dir zuſammen zu ertrinken, iſt mehr werth, als mit Deiner Coufine, oder irgend einer andern Frau hundert Jahr zuſammen zu leben.“
„In der Thats Erzählt Hortenſe ihren guten Freunden ſo hübſche
Geſchichten? Nun, Cloten, ich will Ihnen einen guten Rath geben:
Glauben Sie jedem Kuß, den Sie von Hortenſe's Mund ſchon geküßt haben, oder noch küſſen werden—“
„Ah, dummes Zeug, Baron,“ ſagte der Dandy mit jenem Lächeln, das beſcheiden ſein ſoll und doch ſo entſetzlich unverſchämt iſt.
„Aber glauben Sie keinem Wort, das aus ihrem Munde geht. Können Sie wirklich denken, daß ich nichts Beſſeres zu thun hatte, als Melitta von Berkow den Hof zu machen, während ſo ernſte, ja ſo zu ſagen heilige Dinge meine Seele beſchäftigten? Laſſen Sie ſich erzählen: Ich reiſte alſo von Sicilien nach Aegypten hinauf bis Abu Simbul, zurück nach Kairo, von da nach Päläſtina, Perſien, Indien; — durchſuchte jeden Tempel, jede Ruine, jede Felſenſpalte— ich fand nicht, was ich ſuchte. Endlich— als ich ſchon an dem Erfolge ver⸗ zweifelt, als ich ſchon auf der Rückreiſe war, da— in der Bibliothek des Kloſters auf dem Vorgebirge Athos—“
„Wo iſt das, Baron?“
„Zwiſchen dem Indus und dem Oregon— dort in der Kloſter⸗ Bibliothek entdeckte ich endlich das lang geſuchte Manuſcript. Da ſtand denn die ganze Geſchichte.“
„Was ſtand da?“
„Da ſtand im reinſten Hoch⸗bram daß— ich iberſee das nun Alles in unſere modernen Begriffe und Ausdrücke—
„Ja, machen Sie's um's Himmelswillen ſo, daß ich es verſtehe.“
„Daß gleich von vornherein zwei Menſchenpaare geſchaffen wur⸗ den, wie es ja auch gar nicht anders ſein kann: ein adliges und ein bürgerliches Der Name dieſes erſten adligen Geſchlechts iſt aus dem
Manuſcript nicht erſichtlich. Gerade an der einen Stelle, wo er aus⸗
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ben, Sie zu Tiſch


