Teil eines Werkes 
1. Band, Problematische Naturen : 1. Band (1866)
Entstehung
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198 Problematiſche Naturen.

geſchrieben geſtanden hat, iſt ein großer Klex. So viel iſt ſicher, Oldenburg hat es nicht geheißen; es war noch ganz deutlich ein C zu erkennen, und in der Mitte ein t.

Vielleicht Cloten, ſagte der Andere.

Es iſt möglich, aber beſchwören kann ich es nicht. Auch was für eine Geborne ſeine Gemahlin geweſen iſt, die ſchlechtweg Fräulein genannt wird, iſt nicht erſichtlich.

Aber ich denke, ſie iſt aus der Rippe des Mannes gemacht und gar nicht geboren.

Ah, laſſen Sie ſich doch kein dummes Zeug einreden, Cloten. Sie wird ausdrücklich Fräulein genannt, dann muß ſie doch auch ein Fräulein von ſo und ſo geweſen ſein.

Das iſt ja aber eine verflucht verwickelte Geſchichte.

Gar nicht ſo ſehr, wie Sie glauben. Genug, der Herr und das Fräulein, das bald genug zur gnädigen Frau wurde, hatten ein Land⸗ gut, welches Paradies hieß; warum ſoll ein Landgut nicht Paradies heißen, Cloten?

Verdammt ſchnurriger Name, indeſſen!

Warum? Nennt doch einer ſein Gut Solitude, der An⸗ dere Sansſouci, der Dritte Bellevue, warum ſoll nicht einmal Einer das ſeine Paradies genannt haben? Fh bien! Der Bediente des Herrn hieß Adam. Vortrefflicher Name für einen Bedienten. Als er ſteif und lahm wurde, ſchimpften ſie ihn den alten Adam haben Sie je von einem Adligen gehört, der Adam geheißen hätte, Cloten?

Im Leben nicht.

Sehen Sie, da haben Sie wieder den ſchönſten Beweis. Er rief alſo ſeinen Kerl Adam, und die Zofe ſeiner Gemahlin Eva, Evchen allerliebſter Kammerzofenname das. Meine Mutter hatte ein KammermädchenEychen, ein bildhübſches Ding. Der Adam war aber ein großer Schlingel, wie die Bedienten das bekanntlich bis auf den heutigen Tag ſind. Das Ding, die Eva, war äuch nicht viel beſſer. Zuletzt trieben es die Beiden zu arg. Schließlich ergriff der

Herr denn einmal die Hetzpeitſche und jagte die B⸗iden vom Hofe.