Teil eines Werkes 
1. Band, Problematische Naturen : 1. Band (1866)
Entstehung
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Sie hob die langen Wimpern und ſchaute dem jungen Mann tief und voll in die leuchtenden Augen.

„Da!“ ſagte ſie plötzlich und hielt ihm die Roſe entgegen, als ob er ihren Duft einathmen ſollte; er aber fühlte nur, wie ſich die ſchlanken Finger der Dame leicht wie ein Hauch auf ſeine Lippen eegten.

6„Die Pferde ſind da, Tante!“ rief Brunv.

„Ich komme!“ antwortete Melitta und eilte von Oswald fort. Die Roſe lag zu ſeinen Füßen; er bückte ſich ſchnell, hob ſie auf und verbarg ſie an ſeiner Bruſt.

Mademoiſelle Marguerite brachte Melitta Federhut, Reitpeitſche und Handſchuh. 1 „Iſt die Baronin im Zimmer?“

„Ja.

„So will ich gehen, ihr Adieu zu ſagen.“

Der alte Baron, Oswald und die Knaben gingen durch die titterthür des Parks nach dem Schloßhofe, wo ein Reitknecht zwei Pferde am Zügel führte. Oswald bewunderte die Schönheit der ⸗ Thiere, beſonders das mit dem Damenſattel, ein herrliches Vollblut, Melitta's Lieblingspferd: Bella.

e Melitta trat, von der Baronin und Mademviſelle gefolgt, aus dem Portale raſch auf ihr Pferd zu. Der alte Baron hob ſie in den Sattel.

Erſter Band. 47

6.

.„Adien, adieu!“ rief ſie herunter.„Allez! Bella!“ und ſo

n ſprengte ſie aus dem Schloßhof hinein in den dämmerigen Abend. Die Anderen waren wieder in's Haus getreten. Oswald ſtand

die Augen nach dem Thor gerichtet, durch das Melitta verſchwunden

n war, in ſich verſunken da.

„Wollen wir nicht hineingehen, Oswald?“ ſagte Bruno, ſeine Hand ergreifend;„es iſt dunkel geworden.“ „Es iſt dunkel geworden,“ wiederholte der junge Mann und U folgte träumend dem Knaben.

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