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Taschenbuch der allgemeinen Weltgeschichte / von Philipp Späth, königl. württembergischen Ober-Finanzrath
Entstehung
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Einleitung. 6

einigen Jahrhunderten ſchon ganze Tage ausmachte, ſo, daß man im ſechzehnten Jahrhundert insbeſondre an der Feier des Bſterfeſtes bemerkte, daß der Neujahrstag nach dem Kalender um zehen Tage ſpäter eintraf, als er nach dem Sonnenlauf eintreffen ſollte.

Nach einem Schuſſe des Nicaiſchen Concilium(v. J. 325) ſoll nämlich Bſtern den erſten Sonntag gefeiert werden, der nach dem erſten Vollmonde nach dem Früh⸗ lings⸗Aequinoctium einfaͤllt. Das Fruͤhlingsäquinoctium ſollte, nach dem Julianiſchen Kalender, auf den 21. Maͤrz fallen. Allein im ſechszehnten Jahrhundert bemerkte man, daß das Fruͤhlingsäquinoctium ſchon 10 Tage fruͤher eingetreten war, als man nach dem Kalender den 31. Maͤrz ſchrieb.

Pabſi Gregor XIII. übertrug einem damals in der

Wiſſenſchaft der Aſtronsmie ſehr geachteten Manne, Aloi⸗ ſio Lili, den Kalender zu verbeſſern.

Um nun das Jahr mit dem Sonnenlauf wieder uͤber⸗ einſtimmen zu machen, wurden damals aus dem Jahre 1562 zehen Tage, als um ſoviel der Neujahrstag des ſolgenden Jahrs zu ſpaͤt wuͤrde gekommen ſeyn, ausge⸗ worfen; man ſchrieb naͤmlich nach dem 4. Octb., ſtatt 5. gleich 15. Oetb.; dieſes Jahr hatte alſo nur 355 Tage⸗

Zugleich wurde, um künftige aͤhnliche Taganwuͤchſe zu verhüten, feſtgeſezt, daß je, drei Jahrhunderte nach ein⸗ ander, welche, nach dem Julianiſchen Kalender alle Schaltjahre ſeyn wuͤrden, nur gemeine Jahre, und dann nur das zum viertenmal eintretende hundertſte Jahr ein Schaltjahr ſeyn ſollte. Dieſer Regel zu Folge waren die Jahre 1700 und 1800 nach dem Gregor. Kalender gemei⸗ ne Jahre, nach dem Julianiſchen hingegen Schaltjahre, daher nach lezterem, z. B. die Ruſſen nun 12 Tage hin⸗ ter uns zurük ſind.

Das Jahr 1900 wird auch ein gemeines, das Jahr 2000 aber, ein Schaltjahr ſeyn.

Dieſer verbeſſerte Gregor. Kalender wurde auf Be⸗ fehl des Pabſtes von allen Katholiſchen Staaten, insbe⸗