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„Er wird gehorchen, oder ich will ihm ſelbſt den Maulkorb anlegen. Die Stunde iſt noch nicht gekommen, wo Kinder Grau⸗ baͤrten befehlen dürfen.“
„Aber die Stunde iſt gekommen, wo tapfere Maͤnner ihren feigen und verräͤtheriſchen Lehnsherren nicht mehr dienen mögen,“ antwortete Otho,„und das Kind gebe ich nicht wieder heraus.“
Auf ein Zeichen des Grafen wurde Otho bei dieſen Worten gepackt und entwaffnet.
„Hier, wie im Narbonner Schloſſe bin ich noch Herr,“ ſagte der alte Graf,„hier wie dort habe ich noch Gruben und Kerker, um die zum Schweigen zu bringen, die eine zu unverſchaͤmte Sprache führen. Höre und Du ſollſt ſelbſt uͤber Dein Schickſal entſcheiden, denn ich habe noch einen anderen Auftrag für Dich.“
Dann ertheilte er mit einer Würde, als ſäße er noch mit ſeiner vollen Gewalt auf dem Thron, einem Jeden ſeine Befehle und gebot die vollkommenſte ſcheinbare Unterwerfung während ſeiner Abweſenheit.
„Man iſt uns zuvorgekommen,“ ſagte er,„und Wahnſinn waͤre es, noch einen Aufſtand anregen zu wollen“ So wie er Einem den Ort bezeichnet hatte, wohin er gehen ſollte, entfernte ſich dieſer, ſo daß bald nur noch Raimund, David Roaix, Otho und das Kind übrig waren.
„Zu uns jetzt,“ ſagte Raimund,„folgt uns, Herr Otho, denn ich habe Dir noch einige Worte zu ſagen.“
Stho glaubte wirklich, als er ſich den beiden Maͤnnern allein gegenuͤber ſah, ſein Schickſal ſei in ihrer Gewalt, aber ſo hatte es Raimund nicht gemeint.
„Folge mir auf dem Fuße,“ ſagte ihm dieſer,„ dün 64 vor der Stadt muͤſſen wir uns trennen, und ſchweige. Ich hatte Dir mehr Verſtand zugetraut, als daß Du eine ſolche Sprache fuhrteſt. Nicht was mich betrifft, denn ich habe Gott ſei Dank genug Wunden, mit denen ich den Vorwurf der Feigheit zuruͤck⸗ weiſen kann; aber muͤſſen die Widerſpenſtigkeit und Uneinigkeit der Edlen dem Ehrgeiz und der Eitelkeit der Burger nicht noch neue Nahrung geben? Es iſt wahr, ich habe keinen Theil an dem


