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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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wollte fuͤr Eure Sache die Waffen ergreifen, und jetzt ſehe ich, daß ſie Recht haben, ich ſehe, wie Ihr die unterſtützt, die fuͤr Euch in den Tod gehen.

Der alte Graf antwortete nur mit einem truͤben Lächeln, aber David Roaix brach zorngluͤhend aus:Halt's Maul, verfluchter Ritter, wir kennen Dich recht wohl, Du wurdeſt ſchon vor zwanzig Jahren als eidbruͤchiger Vaſall verurtheilt; halt's Maul und ſchmaͤhe nicht Deinen Herrn, wenn das Ungluͤck ihn niederbeugt. Wenn der Graf von Toulouſe keinen Theil an dem Kampfe nahm, ſo geſchah es, weil ich ihm zu der Stunde, wo er, meiner Be⸗ rechnung nach, beginnen mußte, die Moͤglichkeit dazu ſchon benom⸗ men hatte. Ein Mann mehr oder weniger macht in der Schlacht nicht viel aus, aber von hoher Wichtigkeit iſt es, daß unſer Recht in der Perſon des Grafen fortlebe, und ſo niedergedruͤckt und ge⸗ ſchlagen wir auch ſind, macht uns doch der einzige Umſtand, daß der legitime Herr dieſer Stadt noch lebt, dem Grafen Montfort gegenuͤber viel ſtaͤrker, als wenn wir ohne ihn Herren der Stadt und der Waͤlle geblieben wären.

Da Ihr es recht und gut findet, Meiſter David, kann ich auch nichts dawider haben, ich wundere mich aber nicht mehr, daß man ſo wenig von den Rittern verlangt, wenn die Buͤrger es ſind. denen ein Urtheil uͤber ihre Ehre zuſteht.

Du wirſt ſchon beſſer lernen, was ſie fordern, wenn Du erſt ſiehſt, was ſie thun, Herr von Terride, antwortete David; denn der geſtrige Kampf iſt nicht der letzte in dieſem Kriege ge⸗ weſen, und Du kannſt es ſo oft ſehen, als Du willſt. Deine Sen⸗ dung hatte aber noch einen anderen Zweck, als den Aufruf der Ritter zu den Waffen. Haſt Du den Erben des edeln Vicomte von Beziers gefunden, und das Kim

Das Kind, erwiederte Otho,iſt eine Waiſe, die mir mein

Vater anvertraut hat. Das Kind iſt in der Gewalt der Franzoſen,

denn Guy von Levis hat es vergangene Nacht mit Hülfe der Graͤfin Signis, der Gemahlin meines Vaters, entführt. Ein ſtrenger Blick des Grafen von Toulouſe fiel hier auf Otho:Herr von Terride, verſetzte dieſer, wenn mir nicht mein 7

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