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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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96 Almerich ſich zu dem Zuge zum entſchloſſen hatte, ver⸗ ſchwunden.

Schon am Abende dieſes Tages war die Stadt dem Willen Montfort's Preis gegeben, ohne daß dieſer ſie auch nur beſetzte, und an dieſem Abende langte Otho von Terride mit dem jungen Beziers ebenfalls an. Er konnte um ſo leichter hinein, da Simon nicht einmal Wachen an die Thore geſtellt hatte;denn, pflegte er mit einem Blicke auf ſeine Gefangenen und Meiſter Allard, einen

beruͤhmten Wall⸗ und Wurfgeſchoß⸗Bauer, zu ſagen,ich bin

geſchickter als Ihr, mein Herr, denn ich habe Toulouſe in den Hof meines Schloſſes geſperrt.

Otho war genau genug inſtruirt, um David Roair's Haus bald zu finden; ohne daß er daher Jemanden angeſprochen, fand er es, aber all' ſein Klopfen war vergebens, Niemand offnete ihm, und ſchon wollte er ſich nach mehreren vergeblichen Verſuchen an das Nachbarhaus wenden, als ein Vorübergehender ihn fragte:Siehſt Du hell in der Nacht?

Ich ſehe hell, erwiederte Otho,weil ich den Weg des Herrn wandle.

Folge mir, denn ich bin ſeine Leuchte, entgegnete der Fremde.

Otho folgte ihm und ging ungefaͤhr eine Stunde hinter ihm her, bis ſie am Ende der Stadt an ein kleines, anſcheinend gänz⸗ lich verlaſſenes Haͤuschen gelangten. Hier fand Otho David, den Grafen von Toulouſe und mehrere andere Ritter, die von aͤhnlichen Sendungen zurückgekommen waren. Als man dieſem den helden⸗ müthigen Widerſtand der Buͤrger ſchilderte, als Einer nach dem Andern immer neue Heldenthaten vorbrachte, aber Niemand bei dieſem Allen des alten Grafen von Toulouſe erwaͤhnte, als er hoͤrte, daß der Graf, für den ſich die Stadt ſo tapfer geſchlagen, ſich nirgends gezeigt habe, da brach er los.

Herr Graf, ſagte er,ich wollte als Anklaͤger auftreten, aber ich ſehe, daß Allen, die ich wie eidbrüchige Vaſallen und Ver⸗ raͤther in Euerem Namen behandelt habe, Unrecht that. Es iſt wahr, keiner von alle den Burgherren, zu denen Ihr mich geſendet,