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„Kommſt Du nicht mit, David Roaix,“ fragte Almerich, „Du der Erſte in der Stadt?“
„Ich komme dem Foulques und Montfort nicht zu nahe, und wenn unſer Herr Jeſus Chriſtus mit mir ginge. Zwiſchen Toulouſe und Montfort iſt kein Frieden, kein Vergleich mehr moͤglich. Alle, die er gefangen genommen, kommen mir wie die in einem Schlacht⸗ hofe zuſammen geſperrten Schafe vor, und Ihr koͤnnt ihnen Lebe⸗ wohl ſagen; aber zu dumm iſt es, ihre Zahl noch vermehren zu wollen.“
„Dich hat Gott mit ſeinem Fluche getroffen, David Roair, denn nichts als Verrath und Verbrechen ſiehſt Du uͤberall.“
„Sagt vielmehr, daß Gott Euch mit Blindheit geſchlagen hat, weil Ihr denn nicht ſehen wollt, daß Ihr von dem nichts als Vernichtung zu erwarten habt. Darf Jemand von uns, duͤrft ſelbſt Ihr, edler Almerich von Narbonne, auf Achtung vor Eurer Perſon rechnen, wenn ſogar der tapfere Vicomte von Beziers in einer aͤhnlichen Falle umkam?“
„Mein Wort und meine Buͤrgſchaft,“ verſetzte der Abt.
„Auch Roger hatte Nevers' Wort, das galt ſo viel als das Wort aller Prieſter der Welt, und doch hat es ihm nichts geholfen.“
„Da ſieht man,“ fiel der Juriſt Robert ein, da ſieht man, wie der Untergang einer ganzen Stadt durch die Blasphemieen und den unſinnigen Widerſtand Einzelner ordentlich heraufbeſchworen wird. Kommt nach Villeneuve, Buͤrger und Barone, dort ſollt Ihr den Biſchof ſehen, und wenn ſein Wort Euch nicht rührt, wenn ſeine Vorſchlaͤge Euch verdächtig erſcheinen, dann kehrt wieder in die Stadt zurück, dann koͤnnt Ihr in wenigen Stunden immer noch ausfuͤhren, was Ihr jetzt thun wellt.“
„Auf Euer Wort, Herr Abt, gehen wir hin,“ antwortete Almerich von Narbonne, und hoffen, Montfort werde die Bürg⸗ ſchaft derer achten, die immer ſeine treuen Stuͤtzen geweſen ſind.
„Glaubt mir,“ entgegnete der Abt von St. Sernin,„er wagt es nicht, unſerem Willen entgegen zu handeln, und wenn er es thaͤte, wurde die Kirche ein Wort gegen ihn ertonen laſſen, dem er bald unterliegen müßte.“


