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Unternehmen des jungen Grafen ermuthigt, einen Aufſtand gegen den von der Kirche uͤber Euch geſetzten Herrn vorbereitet, und als Beleg für meine Worte fuͤhre ich das Schlachtgeſchrei der letzten Nacht an, es hieß: Beaucaire und Toulouſe! Aber Alles ſoll ver⸗ geben und vergeſſen ſein, und wenn Ihr wollt, ſo koͤnnt Ihr mit Montfort Frieden ſchließen! Er iſt außer ſich uͤber das Ungluͤck, das die letzte Nacht ſeinem Toulouſe, der ſchoͤnſten Blume in ſeiner Krone, zugefuͤgt hat. Er müßte raſend ſein, wenn er die edelſte und reichſte Stadt nach Rom, die Mutter der Staͤdte, zerſtoren oder vernichten wollte.“
„Verzeiht, gnaͤdiger Herr,“ entgegnete Roair,„wenn wir dem Worte unſeres Biſchofs keinen Glauben ſchenken, denn er iſt fur uns immer eine Quelle des Ungluͤcks geweſen. Dann aber hat auch nicht ein Mißverſtändniß, ſondern der Verrath Simon's von Montfort den geſtrigen Kampf herbeigeführt, denn Simon hat ſich verrätheriſcher Weiſe einer Menge friedlicher Bürger bemaͤchtigt, die weiter nichts wollten, als ſeine Armee beſehen. Was mich be⸗ trifft, ſo halte ich jede uebereinkunft, ja fogar jede Unterhandlung ſo lange für unmoͤglich, bis uns Montfort Alle die wieder heraus giebt, welche er heute hinterliſtigerweiſe in ſein Narbonner Schloß eingekerkert hat.“
„Wenn Ihr ſie haben wollt, ſo geht nach dem Thurme Vil⸗ leneuve, er gehoͤrt dem Biſchof und iſt neutrales Gebiet, dort ſollt Ihr ſie in Empfang nehmen.“
„Es ſei,“ ſagte der edle Almerich von Narbonne,„ich will mit meiner Familie hingehen, denn ſie haben mir meine Tochter und ihren Gemahl Don Lara genommen, ſie haben mir meinen Sohn Philipp genommen, und ich glaube nicht, daß ein edler Ritter die gefangen halten kann, die er weder bekaͤmpft, noch beſiegt hät. Wer aus der Ritter- oder Buͤrgerſchaft will mich begleiten?“
Almerich von Narbonne genoß eines bedeutenden Anſehns und verdankte es ſeiner Tapferkeit eben ſo ſehr, wie ſeiner Red⸗ lichkeit. Niemandem kam der Gedanke ein, daß ihnen an ſeiner Seite die geringſte Gefahr drohen koͤnnte, und mehrere der edelſten Ritter, wie der reichſten Bürger erboten ſich zu ſeiner Begleitung.


