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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Bei dieſen Worten brach Almerich mit Allen, die ſich ihm, zum Theil aus Mißgunſt gegen David Roair's Anſehen, angeſchloſſen hatten, auf und ging nach Villeneuve.

Nach den geſtrigen Borgaͤngen iſt es kaum zu glauben, daß die provengaliſchen Ritter nicht noch vor den Thoren umkehrten, daß ſie die neue Falle nicht merkten und ſich nicht eiligſt wieder in die Stadt flüchteten, aber der Biſchof uͤberraſchte ſie mit einem neuen Gaukelſpiele. So wie er den Zug der Ritter unter dem Vor⸗ tritte des Abtes St. Sernin und des Juriſten Robert herankommen ſah, eilte er ihnen weinend und jammernd entgegen. Ein Geiſt⸗ licher mit einem Sack voll Aſche folgte ihm, aus dieſem nahm er

ganze Hände voll und beſtreute ſich damit, fiel auf die Kniee, hob

die Hände gen Himmel und betete unter lautem Geſchrei:Mein Herz iſt betrubt, mein Innerſtes zerriſſen. Wir ſind gekommen gen Toulouſe, der Bluͤthe der Städte, um ihr Frieden und Reich⸗ thum zu bringen; da hat der Teufel den Krieg zwiſchen Bruͤdern und Bundesgenoſſen entzundet, der Graf zurnt, und Ihr erſcheint Alle in Waffen, als wie zum Kampfe geruͤſtet. Wollt Ihr, daß ich vor Verzweiflung ſterbe? Und gewiß ſterbe ich, wenn Ihr nicht die Waffen ſtreckt, wie ſich Simon's Zorn gelegt hat. Das habe ich gelobt, und Ihr ſollt ſehen, daß ich meine Geluͤbde halte. Kommt und ſehth wohin Ihr den gebracht habt, der Euch wie ſeine Kinder im Herzen trägt.

Während er noch ſo ſprach und den wahnſinnigſten Schmerz ußerte, lockte er den Zug uͤber die Grenzen des neutralen Gebietes, zeigte auf einen Graben und ſchrie:Dort, dort iſt es, wo ich mich in die Ewigkeit ſtürzen will, wenn Ihr unerbittlich gegen meine Thränen und mein Flehen ſeid. Dabei rennt er fort und ſturzt ſich in den Graben; unwillkürlich eilen ihm die Ritter nach, der Biſchof erneuert ſeine Beſchwörungen und haͤlt ſie am Rande des Grabens mit den Worten auf:Bedeckt mich mit Erde, zer⸗ brecht mir die Gebeine, erſtickt mir die Stimme, weil Ihr meinen Worten nicht mehr glaubt, wenn ich Euch ſage, daß der Biſchof zu Euerem Heile und Wohle nach Toulouſe gekommen iſt.