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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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IX.

Rum glaublich wird es erſcheinen, aber es ſteht hiſtoriſch feſt, daß Foulques, nachdem er ſchon ſo oft die Toulouſer getäuſcht, ſie auch jetzt noch verrathen konnte; und ſo geſchah es. Denn kaum war der Kampf beendet, ſo kamen Boten uͤber Boten vom Biſchof in die Stadt; aber nicht Unterwerfung forderte er, ſondern ließ ihnen nur anzeigen, ſie konnten getroſt mit Montfort unterhandeln; nicht als Vermittler tritt er auf, ſondern will ſie nur zu einer allge⸗ meinen Berathung im Stadthauſe veranlaſſen, wo auch der immer noch bei der Bürgerſchaft beliebte Abt von St. Sernin erſcheinen ſoll. Mehr noch die drängende Nothwendigkeit, als die Worte des Biſchofs mögen David Roaix zu einer Einberufung der Edeln, Barone und Bürger beſtimmt haben. Dieſe waren in ihren Quar⸗ tieren geblieben, und Jeder hielt vollkommen geruͤſtet vor ſeinem Hauſe Wache, denn Jeder hatte wahrend der Nacht, obgleich die Franzoſen uͤberall zur Stadt hinausgedrängt wurden, fuͤr ſeinen eignen Heerd und Hof kaͤmpfen muͤſſen, und an eine Verbindung der Kämpfenden unter ſich war nicht zu denken geweſen. Der Erfolg war nur den einzelnen Kaͤmpfen der Einzelnen zuzuſchreiben, aber jetzt mußte ein allgemeines, beſſer combinirtes Vertheidigungs⸗ ſyſtem organiſirt werden. Mit Tagesanbruch verfugten ſich daher Alle, die den Bürgerverſammlungen beiwohnen durften, auf das Rathhaus; hier erwartete ſie ſchon der Abt von St. Sernin mit dem Prior ſeines Ordens und dem Meiſter Robert, einem vom Biſchofe erkauften Rechtsgelehrten, der zu weiter nichts da war,