Da wird ſein Bruder Simon raſend, und in ohnmaͤchtiger Wuth commandirt er:„Feuer in alle Ecken!“
Nun lodern die Fackeln und Pechkraͤnze, ſie werden gegen die Barricaden geſchleudert, dieſe entzuͤnden ſich, und in demſelben Au⸗ genblicke brechen die Flanmen aus St. Remigy, aus Jouxaigues und dem Palaſt Eſteve hervor; aber auch dieſem neuen Feinde bieten die Toulouſer die Stirn. Die Maͤnner ſchlagen mit dem Schwerte drein, die Frauen ſchleppen Waſſer herbei und löſchen; die Buͤrger ſind uͤberall, die Einen ſchlagen Montfort zuruͤck, die Anderen be⸗ lagern den Thurm Mascaron und den biſchoͤflichen Palaſt, wo Mont⸗ fort's Freunde ſich geborgen haben. Dreimal noch erſcheint Simon Montfort in der Straße, die nach dem Sabrathore fuͤhrt, und dreimal wirft ihn David Roair und der ſchreckliche Domingo zuruͤck. Die Barricaden brennen, aber die Buͤrger ſtehen im Feuer, und die Franzoſen koͤnnen nicht weiter vor.
Von Minute zu Minute wächſt Montfort's Wuth, und da er die tapfere Gegenwehr nicht werfen kann, eilt er nach dem von allen Seiten brennenden St. Eſteve, wo die Unordnung am groß⸗ ten ſein muß. Dort brennen alle Barricaden laͤngs der ganzen Straße Baragnon; kein Bürger hat dort aushalten können, alle haben ſich zuruckziehen muͤſſen, aber der Brand iſt auch ihr Schutz, denn Niemand kann durch die Flammen, die von unten herauf, von rechts und links herablodern. Kein Menſch haͤtte es gewagt, Montfort that es. Er ſpornt ſeinen eiſenbedeckten Araber, daß er hochaufbäumt, und wirft ihn in die Gluth; der Loͤwe, ſo hieß ſein Roß, durchbricht mit ſeinem Bruſtharniſch die verkohlten Balken, Montfort jagt ihn immer tiefer in Flammen, die Seinigen folgen ihm auf dem Fuße— denn wer waͤre hinter dem ritterlichen Fuͤhrer zurückgeblieben,— und auf einmal bricht er vor den Toulou⸗ ſern aus den Flammen hervor, ſtürzt mit ſeinem fuͤrchterlichen Schwerte auf ſie ein, haut mit jedem Hiebe Einen nieder und erfuͤllt die Luft mit ſeinem Kriegsgeſchrei:„Montfort für Gott!“
In dieſem Augenblicke waͤre es um Toulouſe geſchehen ge⸗
weſen, hätte Montfort nicht die tapferen Bateliers der Stadt, die
Unerſchrockenſten aus der ganzen Kaufmannsgilde, vor ſich gehabt.
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