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Da brauſt die Verſammlung in Zorn und Wuth auf, alle
Capituln ſtuͤrzen auf die Straßen und:„Verrath! zu den Waffen,
zu den Waffen!“ toͤnt es von allen Seiten. Mit Blitzesſchnelle eilt dieſer Ruf von Gaſſe zu Gaſſe, und ein Haufen Leute, Roair an der Spitze, ſtürzt nach dem Thore Sabra. Aber die von dem Gefolge des Biſchofs überrumpelte Thorwacht hatte ſchon mehrere Escadrons Franzoſen und Bourguignons hereingelaſſen, und dieſe hatten ſich in der Stadt vertheilt. Bei dem allgemeinen Tumulte waren ſie theils in den Palaſt des Grafen Comminges, theils in die Kirche St. Sernin geflüchtet. Der vnerſchrockene David Roair haͤlt einen Augenblick die neu ankommenden Zuͤge auf und ſchickt Domingo auf den Wall, um dort zu verkünden, daß der Feind nicht mehr außerhalb, ſondern innerhalb der Mauern zu bekaͤm⸗ pfen ſei..
Da eilen von allen Seiten zu Fuß und zu Roß Bürger und Ritter, Diener und Knappen herbei, Jeder mit der erſten beſten Ruͤſtung oder Waffe, die er findet, verſehen; Pickelhauben, Schup⸗ penpanzer, Helme, Streitaͤrte, Degen, Wurfſpieße, Schwerter, Stöcke und Lanzen, Alles bunt durcheinander; und ſo wie ſie beiſammen ſind, werfen Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Edle und Arme, Jedes vor ſeinem Hauſe Barricaden auf. Bänke, Kaſten, Tonnen, Kufen, Pfähle, Balken und Sparren werden auf Tiſchen bis an die Balkone gethuͤrmt. Jedes Haus baut ſich ſeine Schutz⸗ wehr, dazu ſchmettern die Trompeten, Männer und Kinder ſchreien, und die Balken krachen von allen Seiten, die ganze Stadt zittert, will berſten und zuſammenſturzen. Endlich hat der Feind den tapfern Roair zurückgeworfen, und in der Stadt ertönt der Ruf: „Montfort!“
„Toulouſe und Beaucaire!“ antworten die Bürger, und der Kampf beginnt. Lanzen und Schwerter begegnen ſich⸗ und Pfähle⸗ Pfoſten, Steine und Feuerbraͤnde regnet es auf den Feind, der rechts und links, von vorn und hinten heworbricht, ſich Pickelhaube und Helm, Schild und Sattelbogen einrennt, und dreimal wird Guy von Montfort mit dem Vortrabe zuruckgeworfen.


