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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Dieſe ſchaarte ſich um die Stadt und ſtellte ſich in Schlachtordnung

auf. Nicht weit von den Mauern und den aͤußerſten Linien zwi⸗ ſchen Armee und Stadt gewahrten ſie ihren Biſchof Foulques, denſelben, den der Graf von Foir ſo hart mitgenommen hatte, wie er, gleich einem Ritter, ſein Roß ſpornte, überall, wohin er kam, ſeinen Segen austheilte und die Worte ſprach:

Vorwaͤrts, Kinder, vorwärts! Dieſer Tag wird ein großer, ein glücklicher ſein in der Geſchichte von Toulouſe. Das iſt der wahre Herr, den Gott, Kirche und ich Euch gegeben haben; er kommt das Herz voll Guͤte, die Haͤnde voll Reichthum, und will ſein ſchönes und reiches Toulouſe begluͤcken; kommt und bringt ihm ſeine Huldigungen, und der Erſten, die da kommen, wird er ſich in der Stunde erinnern, wo er die Habe derer, die ſeinen Zorn verſchuldet, vertheilen wird.

Mit dieſen Worten treibt der verſchmitzte Prälat Alle, die ſich ihm ſchuͤchtern genaht, zu Montfort, und dann entfernt er ſich, reitet auf die Stadt zu und haͤlt mit ſeinem zahlreichen Gefolge ſeinen Einzug, hier wiederholt er dieſelbe Farce unter der Beglei⸗ tung des ehrwuͤrdigen Abtes von Sernin, auf den das Volk baut und vergißt, daß die kindliche Einfalt des ehrwuͤrdigen Greiſes ſchon mehr als einmal der Verſchlagenheit des biſchoflichen Gauklers hatte zum Werkzeug dienen müſſen.

So kam es, daß in kurzer Zeit eine Menge Buͤrger, Barone und Ritter ſich nahe an Montfort's Streitmacht heranwagten, und hier plötzlich von Montfort's Schaaren umzingelt und vor den Feld⸗ herrn gefuͤhrt werden konnten. Unterdeſſen begiebt ſich Roair, der von alle dem nichts wußte, auf das Capitol, wo er ſeine Col⸗ legen, die er, behufs einer ganz anderen Mittheilung, während der

Nacht hatte zuſammenrufen laſſen, verſammelt findet. Alle arg⸗

wohnten, aber keiner wußte, was vor den Mauern vorging, da tritt auf einmal der Aragonier Don Peron Domingo ein und ruft: Verrath! mehr als tauſend Buͤrger der Stadt und eine Menge Maͤdchen und Frauen mit ihren Bruͤdern und Gatten ſind in Montfort's Gewalt.