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nicht, daß er einen Bruder retten ſollte, der die Liebe des Vaters und der Stiefmutter zu gleicher Zeit beſaß.“
„Was Du hier ſagſt, iſt unmöglich,“ entgegnete Signis,„Du haſt mich verrathen, wie Du Languedoc durch die Rettung des Herrn von Levis verrathen haſt; das iſt das Ganze. Nur Dein Ehrgeiz iſt Dein Geſetz.“
„Wie Deine ſtrafbare Liebe Dein einziger Gedanke iſt,“ ver⸗ ſetzte Otho mit Haͤrte.„Entſcheidet, Herr von Levis, habe ich mein Wort gehalten? Wollt Ihr Eueres halten? Ich drohe Niemandem gern, deſſen Tapferkeit ich kenne, aber vergeßt nicht, daß das Ge⸗ heimniß von Euerer Flucht mir eben ſo am Herzen liegt, als Euch, und wenn nicht Euere ſchnelle Flucht, nur Euer ſchneller Tod mich ſichern kann.“
„Ihr habt Recht, Herr von Terride,“ antwortete Guy,„hier habt Ihr das Kind, und wir wollen eilen, daß wir fortkommen.“
Darauf fragte Guy, ohne Signis weiter eines Blickes zu wurdigen:„Ermeſſinde, ſeid Ihr bereit mir zu folgen?“ Dieſe antwortete nur mit einem Fingerzeig auf ihre Mutter, die immer noch, den Kopf nach der inneren Hoͤhle vorgebeugt, an der Thüre ſtand und horchte, ob nicht etwa ein Geraͤuſch von drinnen heraus ſich vernehmen ließ.
„Ruft meine Mutter, Herr Guy von Levis, ruft meine Mut⸗ ter,“ verſetzte Ermeſſinde.
„Graͤfin Signis,“ rief der franzöſiſche Ritter,„wir müſſen fort, es iſt Zeit.“
„Keinen Schritt ohne Michael. Wartet, dieſer Mann ver⸗ raͤth Euch.“
Hier wechſelten die beiden Ritter einen Blick des Verſtaͤndniſſes und Otho ſagte:„Geht, Herr Guy von Levis, ich will die Gräfin ſchon beſtimmen.“ Dann fügte er leiſer hinzu:„Ihre Tochter hat ſchon zu viel gehört, und ein Wort, das ſie nie zu erfahren braucht, wird die Graͤfin ſchon beſtimmen mir zu folgen. Geht, meine Schweſter,“ fuhr er mit lauter Stimme fort,„Ihr ſeid bei Euerem Gemahl, und wenn ich auch nicht auf ſein Wort baute, ſo wür⸗
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