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gehuͤllt, uͤber unheilvolle Plaͤne bruͤtet, ſo furchtet er, der ſchwächſte Schein, das geringſte Geraͤuſch könnte einen Strahl auf das finſtere Werk werfen und das Schweigen ſtören. Otho ſtand wie feſtgebannt und horchte, ob er nichts weiter hoͤre. Es blieb Alles ruhig, und ſchon wollte er die Galerie verlaſſen, als ein wiederholter Seufzer, ein noch deutlicheres Stöhnen ſich ver⸗ nehmen ließ. Dies Mal erſchrak aber Terride weniger, denn er erinnerte ſich des ſchon von Signis an Guilellmeta wahrgenom⸗ menen Lebenszeichens. Dieſe war nicht todt. Otho tappte in der Finſterniß nach ihr umher, fand ſie endlich und nahm deutliche Lebenszeichen an ihr wahr. Die leichte, von Otho empfangene
Wunde hatte naͤmlich einen Blutverluſt zur Folge gehabt, welcher
dem durch die Strangulation hervorgebrachten Scheintode ein Ende machte. Einen Augenblick gab Otho den Regungen der
Menſchlichkeit nach, hob Guilellmeta auf, legte ſie auf eins von den Ruhebetten, und ſchon wollte er nach Hülfe rufen, da fiel ihm
der Gedanke ein, ſein Plan koͤnne hierin ein neues Hinderniß fin⸗ den. Das Wiedererwachen Guilellmeta's könne die Waffenleute
umſtimmen, ſie wuͤrden vielleicht nicht mehr auf Levis' Leben beſtehen
und ihm das Gefaͤngniß öffnen; dann ſicherte ihn zwar immer noch ihr Pact, aber den jungen Adhemar von Beziers verlor er dann, und konnte nicht vielleicht Signis den ganzen Verdacht der beabſichtigten Entführung von ſich ab und auf ihn waͤlzen?
Alles dies war im Nu überlegt, das ganze Ereigniß mußte verſchwiegen und ſein Plan verfolgt werden. Aber kaum war er daruͤber mit ſich einig, ſo tauchten neue Bedenken in ihm auf. „Konnte nicht auch Michael, wenn er auf dem Wege zu ſeines Vaters Zimmer durch die Galerie ging, einen ſolchen Seufzer hören, Manuel, ſeine Soͤhne und Freunde herbeirufen und die Freigebung Guy's verlangen und dieſe auch durchſetzen? Denn oft wird ja nur die Folge und nicht der Zweck der That gewuͤrdigt!“
Was für einen Werth Otho auf das Leben der Tochter eines
Horigen legte, haben wir ſchon geſehen; ſie war ſchon ein Hinder⸗ niß für die Ausführung ſeines erſten Planes geweſen, und als er
nun neue Auskunftsmittel gefunden, war ſie auch dieſen im Wege.


