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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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rauben, und der, den ich an ſeine Stelle treten laſſen wollte, hat ſie mir geraubt!“

Eredo hatte, wie wir vorher geſehen, dem Greis bei den wider ſeinen Sohn erhobenen Beſchuldigungen nicht widerſprechen wollen, um ſeinen Zorn nicht ohne Noth zu reizen, aber Otho nahm die Beſchuldigungen nicht ſo leicht hin und antwortete mit ſtrengem Tone: „Ihr waret ein ungerechter Vater, gnädiger Herr, Ihr habt Euerem Sohne die Braut geraubt, Ihr habt ihn faͤlſchlich der Felonie be⸗ züchtigt, um ihm ſein Erbe zu nehmen, und als Ihr Euer Schloß dem Kinde Euerer Suͤnde geben wolltet, ſtrafte Euch Gott damit, daß er den vorgezogenen Baſtard das Verbrechen veruͤben ließ, das Ihr durch Euere Rache an dem Unſchuldigen verhindern wolltet.“

Hier vergingen dem Greiſe wieder die Gedanken, und Otho konnte auch durch Gewalt nicht das Wort erzwingen, das er ver⸗ geblich durch ſeinen Gehorſam vorher hatte herauslocken wollen. Der alte Guittard ſah ruhig ſeinen Sohn an und ſprach:„Iſt es denn wahr, Otho, hat mich Credo nicht hintergangen; die Beiden lieben ſich, ſie überhaͤufen mich mit Schmach, Du biſt hier, und ſie leben noch?“

Ein zufriedenes Lächeln und ein Blick der Freude ſtrahlten jetzt uͤber des alten Terride Geſicht, und als haͤtte er einen Grund, der Alles aufhellt, gefunden, rief er:„Aber Dich beſchimpfen ſie auch, denn Du liebſt ſie, ſie hat Dir Treue geſchworen und Dich vergeſſen, und wenn nicht meinetwegen, ſo mußt Du ſie Beide Deinetwegen tödten; alle Beide müſſen ſterben, und ſie vor Allen!“

Noch einmal bemachtigte ſich die wilde aufreibende Eiferſucht des alten Guittard, und er fuhr fort:„Ja, ſie und er, denn bleibt ſie leben, Credo, ſo heirathet ſie Otho, er liebt das Weib immer noch, und wer ſollte ſie nicht lieben? Sie iſt ja ſo ſchön, ich habe ſie ja auch geliebt!“

Dann ſtand er raſch auf und ſchrie mit unausſprechlicher Wuth:„Alle muͤſſen ſterben, Alle, Otho wie die Andern!“

„Nun wohl,“ entgegnete dieſer, indem er den Ausbruch des Wahnſinnes benutzen wollte,„wenn Ihr mir Eueren Befehl ſchrift⸗