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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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als Euch, wie Ihr ſeht, und damit Ihr keinen Zweifel mehr habt, will ich Euch Alles ſagen.“

„Du gehſt nicht allein, Levis, Du nimmſt dieſe beiden Frauen und das Kind mit, in einer Stunde habt Ihr das Ende des Gan⸗ ges erreicht, und in einer Stunde offne ich Euch den Ausgang. Buͤrgſchaft für mein Wort leiſtet das Pergament, das Du jeden Augenblick den verſammelten Rittern zeigen kannſt, ſo wie das Kind, das Ihr mir draußen wiedergebt, und für deſſen Entfuhrer Ihr gelten muͤßt. So werde ich das Schloß allein verlaſſen, und Niemand wird auf den Verdacht kommen, ich waͤre Euch zu Euret Flucht behuͤlflich geweſen.“

„und was wollt Ihr mit dem Kinde machen?“ frug Guy von Levis.

„Es ſoll mich ſichern gegen Ben⸗Ouled's Rache; uͤbrigens iſt dies mein Wille, und bedenkt, daß mir nur noch eine Stunde fuͤr Michael's Rettung übrig bleibt.“

„Unterſchreibt,“ rief Signis,„unterſchreibt, Herr Guy, ich kenne Otho, eine neue Weigerung, und Michael iſt in den Haͤnden der wuͤthenden Provengalen.“

Ermeſſinde ſchwieg, aber man ſah ihr an, daß ihr die Flucht eben ſo lieb wie ihrer Mutter war, und Levis unterzeichnete endlich⸗

„Nun iſt noch zu bedenken,“ ſagte Terride,„daß nur bei dem punctlichſten Zuſammentreffen am Ausgange unſer Plan gelingen kann, und Euch muß am meiſten daran liegen, denn ehe Eure Feinde Eure Flucht merken, muͤßt Ihr wenigſtens eine Stunde Vorſprung haben; am Ausgange werde ich Euch ſagen, wo Ihr Michael trefft.“

Bei dieſen Worten verließ Otho ſogleich das Zimmer, von dem er die äußeren Riegel wegzog. Dann blieb er einen Augenblick ſtehen und lächelte über den großen Sieg, den er wahrſcheinlich eben davon getragen hatte.

Nun blieb ihm noch Michael's Rettung übrig; und da es in ſeinem Intereſſe lag, nicht vor den provengaliſchen Rittern com⸗ promittirt zu erſcheinen, wählte er das einfachſte Mittel zu ſeinem